Reisen nach der Pandemie wird anders sein als vorher. Eine Herausforderung mehr, der sich Unterkunftsbetriebe auch in Ostbelgien stellen müssen. Eine neue Qualitätsinitiative unterstützt die Gastbetriebe dabei – ganz individuell und persönlich. Sie startet am Montag, den 3. Mai.

Wer haupt- oder nebenberuflich als Gastgeber im Tourismus arbeitet, der muss weit mehr tun als ein Bett vermieten. Der ist auch Buchhalter und Wald-Bademeisterin, Social-Media-Profi und Familien-Animator, Vorarbeiterin und Wanderführer, Betriebsleiter und Erlebnisgestalterin. Hinzu kommt: kein Markt verändert sich so schnell wie der Reisemarkt. So wird Reisen nach Corona anders sein als vorher: bewusster, öfter, gesünder, individueller. Neue Trends aber brauchen neue Kompetenz. Die neue Qualitätsinitiative kann dabei eine wertvolle Unterstützung sein.

Neue Trends brauchen Kompetenz

Die Qualitätsinitiative in Ostbelgien fußt auf drei Pfeilern: Mystery Check, individuelle Betriebsberatung und Schulungsangebote. Externe Beratung ist wichtig, sollte aber mehr auf den Betrieb zugeschnitten sein – so der Wunsch der Betriebe, die am Vorgänger-Programm „ServiceQualität“ teilgenommen hatten. Schon 2018 hatten die Teilnehmer im Rahmen eines Workshops Vorschläge für eine neue Initiative erarbeitet. Damit diese individuelle Beratung den größtmöglichen Nutzen bringen kann, wird zuvor ein so genannter „Mystery Check“ durchgeführt. Dabei mieten sich versierte Kontrolleure anonym in einem Gastbetrieb ein und prüfen einen ziemlich umfangreichen Katalog ab. „Gecheckt“ werden auch die Webpräsenz und der Buchungsprozess sowie der Gästekontakt nach dem Aufenthalt. Im Anschluss an den anonymen Check-up erhalten die Teilnehmer einen ausführlichen Ergebnisbericht.

Mystery Check und Beratung

Auf dem Bericht des Mystery Checks basiert die anschließende individuelle Betriebsberatung. Die Beratung setzt also genau da an, wo die Schwächen und Stärken des Betriebes liegen. Berater vor Ort ist der Geschäftsführer von L.I.K.E. Hospitality Consulting, Fritz Dickamp. „Die Qualitätsinitiative der Deutschsprachigen Gemeinschaft geht entscheidend weiter als andere, die entweder einen Mystery Check oder allgemeine Beratungstermine anbieten“, so Dickamp. „Die ostbelgischen Initiative lässt die Betriebe mit dem Ergebnis des Mystery Checks nicht alleine. Das ist schon besonders“, unterstreicht der Projektpartner.

Schulungsangebot für alle

Nicht jeder Unterkunftsbetrieb kann oder will an der Qualitätsinitiative teilnehmen – zumal eine Eigenbeteiligung in Höhe von 370 Euro sicherstellen muss, dass der Betrieb wirklich an sich arbeiten will. Für alle Betreiber von registrierten Unterkunftsbetrieben – ob groß oder klein – wird es zusätzlich ein jährliches Schulungsangebot mit Raum für Austausch geben. Die zuständige Ministerin ist indes froh, neben dem 6,4 Millionen Hilfspaket für den HORECA-Sektor eine weitere Unterstützung anbieten zu können. „Die Zeit nach Corona kommt – und die Art und Weise, Urlaub zu machen, wird nicht dieselbe sein wie zuvor. Die Betriebe, die sich heute dieser Herausforderung stellen, die wollen wir unterstützen,“ so Weykmans. „Qualität und Professionalisierung tragen dazu bei, unseren Tourismus krisensicherer zu machen. Das schaffen wir nur gemeinsam.“

Mehr Informationen finden Sie unter www.ostbelgientourismus.be/qualitätsinitiative