Ab heute startet der Aufruf zur Teilnahme einer Gemeinde der DG am Modellprojekt des Fraunhofer Instituts „Digitale Dörfer“. Diese speziell auf die Bedürfnisse des ländlichen Raums zugeschnittenen digitalen Lösungen können von den Dörfern der Gemeinde, die den Zuschlag bekommt, zunächst für ein Jahr kostenlos genutzt werden. Hierbei handelt es sich um die speziell konzipierte Webseite „DorfNews“, deren Inhalte von Bürgern, Vereinen und Dorfgruppen selbst eingepflegt werden können. Außerdem wird die Kommunikations-App DorfFunk zur Verfügung gestellt, die mit der Option Lösbar den direkten Kontakt der Bürger mit der Gemeindeverwaltung ermöglicht.

Einer der Vorteile des Lebens im ländlichen Raum ist der soziale Zusammenhalt, der viele Probleme auffängt, mit denen die ländlichen Gemeinden konfrontiert sind: demographische Entwicklungen, Mobilität, Vereinsamung. Diesem Zusammenhalt auch eine digitale Ausdrucksmöglichkeit zu geben, ist das Ziel der Einführung des Modellprojekts Digitale Dörfer. Es eröffnet die Möglichkeit, Vernetzungseffekte im ländlichen Raum zu fördern und zu vertiefen mit einer digitalen Lösung, die auf die Bedürfnisse ebendieser Gemeinden zugeschnitten ist.  Für die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft ist die Förderung des ländlichen Raums nicht nur eine Priorität, sondern einer der wichtigsten Zukunftsstränge für den nachhaltigen Fortschritt des Lebens- und Wirtschaftsraumes Ostbelgien.

„Wir haben sehr aktive und dynamische Dörfer und Dorfgruppen in Ostbelgien. Wir wollen mit diesem Projekt eine Möglichkeit schaffen, dieses Potential digital abzubilden und dadurch auch neue Synergien und neue Kommunikationskanäle im Dorfgeschehen anzustoßen.

Nichts kann die persönlichen Kontakte ersetzen, aber sie können unterstützt oder vorübergehend ins Digitale verlagert werden. Es sind herausfordernde Zeiten, die wir gerade erleben.“, betont Ministerin Isabelle Weykmans.

Die Digitalen Dörfer sind eine softwarebasierte Vernetzungsplattform, auf die mittlerweile viele vor allem ländliche Gebiete im deutschsprachigen europäischen Ausland zurückgreifen. Die Webseite DorfNews macht die Bürger selbst zu Reportern und gibt ihnen die Möglichkeit spannende Beiträge aus der Region zu veröffentlichen. Ob als Verein oder Einzelperson, jeder kann ein Teil der DorfNews sein. Gleichzeitig werden diese Inhalte auch an die Applikation DorfFunk „gefunkt“. Der DorfFunk ist die Kommunikationszentrale der Gemeinde und all ihrer Dörfern. BürgerInnen können ihre Hilfe anbieten, Gesuche einstellen oder zwanglos miteinander chatten. Mit der Option LösBar kann der Bürger direkt mit der Gemeinde in Kontakt treten und zum Beispiel einen Schadensvorfall mit Foto melden.

Der Aufruf richtet sich an die Gemeinden der DG. Eine Gemeinde bekommt den Zuschlag, als Modellgemeinde für ein Jahr kostenlos teilzunehmen und kommt in den Genuss von technischem Support und Schulungen für die Gemeindemitarbeiter, die sich um die digitalen Dörfer kümmern. Diese digitalen Lösungen können die Dorfgemeinschaft noch enger vernetzen und den Dorfzusammenhalt auch im digitalen Raum visualisieren und interaktiv stattfinden lassen. Anträge auf eine Teilnahmeabsicht können von den Gemeinden bis Ende Dezember 2020 eingereicht werden.