Das touristische Potential der Großregion bietet viele Chancen
Weykmans besucht IGR-Tourismus-Forum in der Völklinger HütteMit dem IGR Tourismus-Forum wollte das Institut der Großregion (IGR) -
gemeinsam mit den Kammern der gewerblichen Wirtschaft und den für den
Tourismus in den Teilregionen verantwortlichen Organisationen - Anregungen,
Anstöße und Impulse für eine stärkere wirtschaftliche Nutzung des Potentials der
Großregion (GR) geben.
Das IGR Tourismus-Forum fand am Dienstag, 10.11.2009, in der Gebläsehalle
des Weltkulturerbes Völklinger Hütte statt. Eingeladen waren alle Unternehmen
und Organisationen aus allen Teilregionen der GR, die am Tourismus interessiert
sind. Für die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens war Tourismusministerin
Isabelle Weykmans nach Völklingen gefahren.
Durch die Präsentation von best-practice-Beispielen aus der Großregion wollte
das Forum zu einer stärkeren Kooperation der touristischen Akteure, vor allem
aus der privaten Wirtschaft, anzuregen. Die Beispiele und weiteren Vorträge
lieferten Informationen, mit welchen Nutzungen touristische Produkte in
kooperativer Form erstellt werden können.
Nach Aufzeigen der generellen touristischen Trends durch Prof. Dr. Andreas
Kagermeier, Universität Trier, haben Referenten aus allen Teilen der GR
bestimmte konkrete Kooperationen aus dem öffentlichen wie auch dem privaten
Bereich vorgestellt. Die Beispiele verdeutlichten: Das Ganze ist mehr als die
Summe der Teile. Das will heißen: kombinierte touristische Angebote aus
Landschaft, Kultur, Kulinarik, Wandern und Radwandern etc., aber jedes Mal im
europäischen Zuschnitt, können die GR viel besser am Wachstumsmarkt
Tourismus partizipieren lassen.
Der Kuchen ist noch nicht gebacken
Allerdings war die warnende Stimme des Trierer Professors Dr. Kagermeier
unüberhörbar: „Die Zutaten sind da“, aber der Kuchen ist noch nicht gebacken.
Und,“ so Kagermeier, „mit der ‚Großregion’ als Dachmarke wird das nichts“,
machte Kagermeier keinen Hehl aus seiner Überzeugung, dass ein andere Name
her muss, wenn man sich als touristische Destination etablieren wird. Ministerin
Weykmans schlug in einer kurzen Stellungnahme nach dem Forum in die gleiche
Kerbe. „ Kagermeier hat vollkommen Recht, die Servicequalität ist immer noch
die Basis für den Erfolg, mehr aber nicht! Auch Ostbelgien wird nicht umhin
kommen, seine Angebote neu zu definieren. Es geht um eine neue Dimension
des ‚Erlebnis’. Dabei sind alle Akteure gefordert, auch die Kulturschaffenden und
die Naturpfleger zum Beispiel. Wir müssen interagieren, kooperieren und hybride
Produkte schaffen,“ so Weykmans. „Isolierte Produkte, die nur einen Ansatz
verfolgen, sind out. Die neue Dachmarke für die Großregion muss innovativ, ein
Image transportieren, klare Attribute kommunizieren und Inhalte und Produkte
vermitteln, die einen Nutzen bieten. Im Rahmen der Entschleunigung in der
Freuzeitgestaltung ist die Destination Ich ganz klar auf dem Vormarsch. Ich hätte
mir gewünscht, dieses Referat wäre auch in Ostbelgien gehört worden.“
VAO beteiligt
Unterstützung werden die Touristiker durch die beschlossene und jetzt zu
erstellende transnationale Marketingkonzeption erfahren, die im Auftrag der GR
mit Mitteln der EU federführend von der Tourismus Zentrale Saarland entworfen
wird. Die Geschäftsführerin, Birgit Grauvogel, berichtete über den aktuellen
Zwischenstand des 2,5 Millionen Euro teuren Interreg-Projekts, an dem auch das
Verkehrsamt der Ostkantone beteiligt ist und das mit innovativem
Tourismusmarketing auch bestehende Produkte über die Grenzen hinweg
vermarkten, buchbare Produkte schnüren und so für ökonomische Effekte sorgen
will.
“Dies wird das IGR zum Anlass nehmen, mit weiteren Initiativen für eine stärkere
Kooperation im Tourismus zu werben“, kündigte Charles Ferdinand Nothomb,
IGR-Präsident und ehemaliger belgischer Außenminister, an. „Ohne die
konstruktive und umfangreiche Unterstützung durch unsere Partner aus
Wirtschaft, Verwaltung und Politik hätten wir das Forum nicht realisieren
können.“ Nothombs Dank galt allen touristischen Organisationen der GR, die das
Konzept unter Leitung von Hanspeter Georgi, ehemaliger Wirtschaftsminister des
Saarlands, entworfen haben. „Das Forum war“, so Georgi, “selbst ein gutes
Beispiel für Kooperation und Arbeiten im Netzwerk.“
Bildergalerie
