Isabelle Weykmans

Politische Vita

Nach meinem Abitur habe ich mich entschieden, politische Wissenschaften zu studieren. Damals hätte ich mir nie träumen lassen, einmal jüngste Ministerin Europas zu sein. An eine Karriere als Politikerin habe ich zu diesem Zeitpunkt keinen Gedanken verschwendet. Meine Berufsziele gingen eher in Richtung Journalismus.  Erst mit meinem Beitritt zur JFF, der jungen Bewegung der liberalen PFF, wurde mein Interesse für handgemachte Politik  geweckt. Im Kreis der JFFler wurde über die Politik in der Deutschsprachigen Gemeinschaft, in Belgien und der Welt diskutiert.


 
2002 beendete ich mein Studium an der ULB in Brüssel und entschloss mich zu einem Zusatzstudium – einem Masterstudium in internationalen Beziehungen und europäischen Studien am Europäischen Institut in Nizza und Berlin. Und nachdem ich auch diesen Abschluss in der Tasche hatte, machte ich mich auf Jobsuche. Dass ich zweimal in den Sommermonaten im Kabinett von Minister Bernd Gentges ein Praktikum absolviert hatte, kam mir nun sehr zugute. So bekam ich einen Job als Beraterin des Senators Berni Collas.

Im Senat
 
Durch die Arbeit bei Berni Collas lernte ich, dass es in der Politik vor allem darauf ankommt – oder ankommen sollte –, auf die Bedürfnisse der Bürger einzugehen. Und diese Bedürfnisse nach Möglichkeit in konkrete Maßnahmen und Aktionen umzusetzen.
 
Am 13. Juni 2004 kandidierte ich als dritte Ersatzkandidatin auf der Europaliste der PFF. Vor allem wollte ich den Spitzenkandidaten Berni Collas unterstützen. Die Verhandlungen zur Regierungsbildung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft gestalteten sich zäh. Doch obwohl die Liberalen bei den Wahlen zum Parlament der DG einen Sitz verloren hatten, wurden ihnen zwei Ministerposten zugesprochen – von denen einer von einer Frau besetzt werden sollte. Eine Premiere für die Deutschsprachige Gemeinschaft. Und als die Wahl der PFF schließlich auf meine Person fiel, hatte ich gar keine Zeit, auf das in mich gesetzte Vertrauen stolz zu sein. Schließlich wartete viel, viel Arbeit auf mich und mein Team.

Ministerin mit 24

Als jüngste Ministerin Europas war ich nun zuständig für Kultur, Medien, Denkmalschutz, Jugend, Sport sowie Volks- und Erwachsenenbildung. Und tatsächlich vergingen die fünf Jahre meiner ersten Legislatur als Ministerin wie im Fluge.

2009 standen wieder Wahlen an. Ich darf meine Arbeit fortsetzen. Nun als einzige Vertreterin der Liberalen in der Regierung der DG und als Ministerin für Kultur, Medien und Tourismus. So zumindest die offizielle Bezeichnung. Tatsächlich verstecken sich hinter dieser Bezeichnung noch einige weitere Zuständigkeiten: Jugend, Sport, nachhaltige Entwicklung, ländliche Entwicklung, Denkmalschutz, die Gemeinschaftszentren und die Vorbereitung der Übernahme der Raumordnungskompetenz. Habe ich was vergessen? Tatsächlich: die Rechtsterminologie.