Die Zukunft ostbelgischer Vereine ist Thema einer Podiumsdiskussion, die am Donnerstag, den 7. 10 in der Schützenhalle von Herzebösch bei Elsenborn stattfindet. Mit dem Titel „Mein ostbelgischer Verein: Bereit für die Zukunft?“ werden mit ostbelgischen Vereinsakteuren und interessanten Referenten mit Expertise im Vereinswesen die großen Herausforderungen der Nach-Corona Zeit besprochen. Dabei werden auch konkrete Lösungen und Hilfsprojekte aufgezeigt. Dieser Diskussionsabend reiht sich ein in die Aktionen zum Monat der Vereine, der unter dem Motto „Endlich wieder vereint“ Workshops, Aufrufe und Veranstaltungen für Vereine anbietet.

Die ostbelgische Vereinswelt befindet sich – nicht zuletzt verstärkt durch die Corona-Krise – im Umbruch. Viele Entwicklungen, die seit Jahren latent im Hintergrund des Vereinswesens gärten, drängen jetzt potenziert in die Arbeit und Planung von Vereinsvorständen und -mitgliedern. Die Herausforderungen sind für jeden Verein unterschiedlich. Manche Musik- und Kulturvereine klagen über Mitgliederschwund, während viele Sportvereine ihre Mitgliederzahlen durch die Corona-Beschränkungen anwachsen sahen. Unabhängig von den Besonderheiten des jeweiligen Sektors – drei große Fragen beschäftigen alle ostbelgischen Vereine: Wo finde ich Ehrenamtliche und wie kann ich sie an den Verein binden? Wie nutze ich digitale Mittel in der Vereinsarbeit und in der Bewerbung? Und wie kann der Generationenwechsel im Vereinsvorstand stattfinden, damit der Verein erhalten bleibt?

Im Spannungsfeld dieser drei Herausforderungen treffen ostbelgische Besonderheiten und grenzüberschreitende Expertise in einer offenen Diskussionsrunde in Herzebösch zusammen. Das Vereinszentrum Herzebösch in Elsenborn dient dabei schon selbst als Beispiel für eine Erfolgsgeschichte im Vereinswesen: Durch die Bündelung vieler Vereine in einer Dach-VoG wird nicht nur das Betreiben einer gemeinsamen Infrastruktur erleichtert, sondern auch andere Synergieeffekte beim Ehrenamt, Verwaltung, Veranstaltungen, etc. kommen hier zum Tragen.

Herr Marc Komoth, Präsident von Födekam, Ministerin Isabelle Weykmans, zuständig für Sport-Kultur-Jugend, Herr Dr. Armin Kuphal, Experte für Vereinswesen und Dorfentwicklung, Herr Linus Offermann, tätig in der Ehrenamtsberatung für Vereine und der AWO und Herr Daniel Zils, Mitarbeiter der Lernwerkstatt Rheinland-Pfalz werden sich aktiv und lösungsorientiert mit dem Publikum sowohl online als auch in Präsenz unterhalten und Best Practice Beispiele, Anregungen und Ideen vorstellen.

„Die reichhaltige Vereinslandschaft ist eine der Besonderheiten Ostbelgiens“, meint auch Marc Komoth von Födekam und fügt hinzu: „Gesellschaftliche Entwicklungen sorgen hier für nachhaltige Veränderungen!“.

Dass diese Veränderungen unumgänglich sind und jetzt schon vorbereitet und aufgefangen werden müssen, davon ist Dr. Armin Kuphal überzeugt, der als Gast der Ländlichen Gilden nach Ostbelgien kommt: „Vorstände müssen wechseln, damit der Verein bleibt! Über die Weitergabe des Staffelstabes in freiwilligen Vereinigungen“

Aber wie können Menschen animiert werden sich in die ehrenamtliche Vorstandsarbeit und in das Vereinsgeschehen einzubringen? Dazu meint Linus Offermann vom Aachener Verein zur Förderung des Ehrenamtes: „In unserer postmodernen Gesellschaft befindet sich das klassische Ehrenamt im Wandel. Unsere Vereine brauchen die notwendige Unterstützung darauf zu reagieren.“

Über die vielfachen Unterstützungs- und Hilfsangebote für Vereine in Ostbelgien kann die Ministerin Isabelle Weykmans auch an diesem Gesprächsabend Auskunft geben. „Die Vereine waren mitunter am stärksten durch die Kontaktbeschränkungen betroffen. Aus diesem Grund galt es kurz- und mittelfristig finanzielle Ausgleichshilfen anzubieten.“, beschreibt die Ministerin und betont: „Jetzt müssen wir uns aber mit den strukturellen Problemen der Vereine beschäftigen und sie darin bestärken und dazu befähigen mit der gesellschaftlichen Veränderung Schritt zu halten und sich den Neuerungen zu öffnen. Nur so kann ihre gesellschaftliche Bedeutung und das kulturelle Potenzial für die jüngeren Generationen erhalten bleiben.“

Nachwuchs, Generationenwechsel, Modernisierung, Übergang sind in diesem Zusammenhang die Schlüsselbegriffe und werden demnach auch den Schwerpunt dieser Podiumsdiskussion darstellen. Schließlich meint auch Daniel Zils, Gast des Medienzentrums und Mitarbeiter des rheinland-pfälzischen Projektes „Digitaler Werkzeugkasten für Vereine“: „Die jungen Generationen leben mittlerweile in einer digitalisierten Welt. Daher müssen Vereine und Ehrenamt diese Angebote verstehen und nutzen, um Jüngere zu erreichen und einzubinden!“

Die Podiumsdiskussion findet in hybrider Form am Donnerstag, den 7.10 ab 19.30 in Herzebösch, Lagerstraße 36, Elsenborn statt. Um Anmeldung wird sowohl für die Präsenzform als auch für die Online-Teilnahme gebeten unter [email protected] 

Informationen bei [email protected]