Am 14. Oktober 2018 wurde in Ostbelgien gewählt. Von insgesamt 465 Männern und Frauen – die Bereitschaft gezeigt haben, sich für die Belange anderer, für die Allgemeinheit einzusetzen – wurden 169 Bürger in die Räte gewählt. Am Montag wurden die neuen Gemeinderäte eingesetzt. Ein wichtiger Tag für die lokale Demokratie in Ostbelgien.

All diejenigen, die sich zur Wahl gestellt haben, verdienen Respekt. Denn nicht jeder wagt den Sprung in die Politik. Oftmals sind die unmittelbare Nähe zum Bürger und die Rückmeldungen des Bürgers kompromisslos. Doch darin liegt auch der Reiz der lokalen Demokratie.

In den Gemeinden wird geradewegs sichtbar, was gemeinsam erarbeitet, entschieden und verwirklicht wurde. Dies wird von allen Akteuren auf Gemeindeebene als einer der schönsten Merkmale der lokalen Demokratie genannt. Die Gemeinden sind in ihren Zuständigkeiten nicht begrenzt und können zahlreiche Befugnisse, die das Leben der Bürger beeinflussen oder die ihre Mitbürger bewegen, gestalten. Doch wer trägt in einer Demokratie die Verantwortung? Ist Demokratie nicht Mitgestaltung am eigenen Geschick? Sind nur diejenigen, die einen Eid leisten, für die Zukunft unserer Kinder und Enkel verantwortlich?

In der Gemeinde eröffnet sich ein besonders weitläufiger Raum zur aktiven und verantwortlichen Mitgestaltung. Die repräsentative Forsa Umfrage 2018 zeigt, dass mehr denn je Bürger der Meinung sind, dass es auf Gemeindeebene genügend politische Beteiligungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten gibt (74% in 2018). Die Herausforderung der lokalen Ebene ist, die Menschen für diese Möglichkeiten zu begeistern, sie einzubinden, ihnen zuzuhören, sie zu befragen und gar Verantwortung abzutreten. Der Gewinn wird eine Zunahme an Lebensqualität, Wertschätzung und Zufriedenstellung sein, aus dem außerordentliche Ergebnisse hervorgehen, die begeistern.

Mehr denn je ist es wichtig und eine absolute Notwendigkeit, aufzuzeigen, dass die demokratische Auseinandersetzung, das Ringen nach der besten Lösung und Gestaltungsmöglichkeit zu einer – auf das Wohl aller gerichteten – Entscheidung führt. Denn ohne Politik ist kein Zusammenleben in einer Gemeinschaft möglich. Dabei ist auf die positive Kommunikation zu achten, denn die Worte, die wir nutzen, verändern. Die Aufmerksamkeit muss auf die Gestaltungskraft der Politik gelenkt werden!