Nachdem der Erlass über den Corona-Zuschuss für Vereinsstrukturen heute von der Regierung verabschiedet wurde, können die schon im Vorfeld angekündigten Hilfen ab jetzt von den zuschussberechtigten Vereinen beantragt werden. Die durch die Kontaktbeschränkungen massiv zurückgeschraubten Vereinsaktivitäten und die damit einhergehenden Einkommensverluste zerren an der Existenzfähigkeit der Vereine, die mit dieser Auffangfinanzierung die Krise besser überstehen sollen.

Es gibt keinen Sektor der wirtschaftlichen und sozialen Betätigung in Ostbelgien, der nicht von der Pandemie und den damit einhergehenden Beschränkungen betroffen wäre. Während Wirtschaftshilfen für die Unternehmen, Dienstleister und Selbständige aus verschiedenen europäischen, föderalen, regionalen und gemeinschaftlichen Töpfen Unterstützung bieten und eine Zuschussgarantie der DG den öffentlich bezuschussten Vereinigungen die Übergangszeit zur Normalität erleichtern soll, wissen viele lokale Vereine mit eigener Infrastruktur nicht, wie es weitergehen soll. Aktivitäten, Feste und Veranstaltungen konnten nicht stattfinden, die Eigeneinnahmen sind völlig eingebrochen, obwohl die Ausgaben zum Unterhalt der Infrastruktur weiterlaufen. Da diese Orte wichtige Anlaufstellen des kulturellen, sportlichen und sozialen Zusammenlebens darstellen und für den Zusammenhalt und die lokale Verbundenheit von immenser Wichtigkeit sind, sollen sie nach dem Willen der Regierung finanziell unterstützt werden und dadurch mittelfristig die Krise überdauern.

„Unsere Vereine machen einen wichtigen Teil unserer ostbelgischen Identität aus. Dass sie diese Krise überstehen und als Ort der Verbundenheit und der Zusammenkunft erhalten bleiben, liegt an uns und unseren unbedingten Willen, das gemeinsam zu bewältigen.“, meint auch Ministerin Isabelle Weykmans und betont: „Um unsere Vereine am Leben zu erhalten, unternehmen wir einen finanziellen Kraftakt. Nur wenn wir zusammenhalten, werden wir die Herausforderung am Ende bewältigen.“

Eine Million Euro sind für die Unterstützung der Vereinsstrukturen vorgesehen, bis zu max. 10.000 Euro können Vereinigungen ohne Gewinnerzielungsabsicht erhalten. Anträge einreichen dürfen Vereinigungen, die eine von Vereinen genutzte Infrastruktur verwalten und die Eigentümer der betroffenen Infrastruktur oder im Besitz eines Erbpacht-, Erbbau- oder Mietvertrags sind, mit einer Laufzeit bei Antragstellung von mindestens drei Jahren. Der Zuschuss bezieht sich auf Kosten und Einnahmeausfälle, die während des Zeitraums vom 10. März 2020 bis zum 31. Dezember 2020 aufgrund der Krise und der Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus entstanden sind. Das können Versicherungsprämien, Personal- oder Honorarkosten, Miet- und Unterhaltskosten oder sogar Kreditrückzahlungen in Verbindung mit der Infrastruktur sein. Aber auch Ausfälle bei Mitgliedsbeiträgen, Miet- und Sponsoringeinnahmen und Einnahmen aus Veranstaltungen und den Getränkeverkauf können geltend gemacht werden. Die Höhe des Zuschusses wird anhand der Differenz, der im Jahr 2020 bestrittenen Kosten und verbuchten Einnahmen ermittelt und zu diesem Zweck müssen die Antragsteller der Ministerialverwaltung die Zahlen aus den Jahren 2019 und 2020 mitteilen.

Das entsprechende online-Formular kann auf der Seite des Ministeriums runtergeladen werden und der Antrag muss bis zum 31. Januar 2021 eingegangen sein.

Der Link für das Antragsformular für Träger von Vereinsinfrastrukturen: https://forms.mdg.be/czi