Umgang mit Hassreden im Netz

Hassreden im Netz ist ein immer stärker aufkommendes Thema, womit sich auch die Medienlandschaft in Ostbelgien auseinandersetzt. Sie sucht nach Mechanismen, um der Entwicklung entgegenzuwirken und den Hassreden einen Riegel vorzuschieben. Beim zweiten Ostbelgischen Medientag „No Hate Speech“, zu dem die für Medien zuständige Ministerin Isabelle Weykmans eingeladen hatte, kamen nahezu 40 Medienvertreter der regionalen, aber auch der internationalen Medienlandschaft, um über das Thema auszutauschen.

Wie sehen Best Practice Beispiele aus? Welche Kommentare fallen unter Meinungsfreiheit und welche überschreiten Grenzen? Welche Rolle spielen die Medien bei der Bekämpfung von Hasskommentaren? Diese und weitere Fragen wurden auf der Veranstaltung diskutiert. Unter „Hate Speech“ werden Beleidigungen, Verleumdungen oder Diskriminierungen in sozialen Netzwerken verstanden, die immer häufiger im Netz auftauchen.
Für Herrn Dr. Jürgen Brautmeier, Direktor der Landesmedienanstalt NRW und Mitglied des Medienrates der DG, gibt es zwei Schwerpunkte, die entscheidend bei der Bekämpfung der Hassreden sind: Bildung und Medienkompetenz. Die Gesellschaft sollte aufgeklärt sein, um Falschmeldung erkennen zu können und gegen „Hate Speech“ gewappnet zu sein.

Nach einem regen Austausch unter den ostbelgischen Medienhäuser bleibt festzuhalten, dass es mehrere Lösungsansätze und Mechanismen gibt, die zum Schutz gegen Hassreden eingesetzt werden können.  Präsenz zeigen, überprüfen, Diskussionen moderieren und manchmal auch mit Ironie und Sarkasmus dagegen halten, das sind die Werkzeuge der Medien. Die Vertreter sehen sich in der Pflicht die Kommentare zu regulieren, die auf ihren Foren auftreten und verbreitet werden. Jedoch steht auch fest, dass vor allem regionale Medien über zu geringe Ressourcen verfügen, um kontrollierend einzugreifen und genügend Präsenz zu zeigen.
Nicht nur für Medienvertreter sind Hasskommentare, Shitstorms und andere Beleidigungsformen in den sozialen Medien ein Thema. Jeder sollte sich in der Verantwortung sehen etwas gegen „Hate Speech“ zu unternehmen.