„Live-Hacking“ Veranstaltung zum Safer Internet Day

„Sie haben bei unserem Gewinnspiel gewonnen“ – Jeder hat sie schon erhalten, E-Mails, die zum Gewinn eines Preises gratulieren. Dabei hat man gar nicht an einem Gewinnspiel teilgenommen! Über diese und ähnliche E-Mails stolpern wir und Millionen andere Menschen tagtäglich, die uns dazu verführen sollen, unsere Daten preiszugeben und leichtfertig an Unbekannte zu übermitteln. Doch die Tricks der Hacker werden immer raffinierter und Gewinnspiel-Emails bilden dabei nur den Anfang! Dies führte Referent Florian Demaku von der Mecodia-Akademie den Gästen eindrucksvoll vor, die plötzlich live in einem Pub in Großbritannien zugeschaltet waren.

Wer sind eigentlich diese Hacker, die unsere Daten klauen? Hacker sind lichtscheue, bärtige Männer, die ihr Leben vor dem Bildschirm verbringen und sich in Sekunden in geheime Datenbanken hacken. Soweit das gängige Vorurteil, mit dem Florian Demaku gleich zu Beginn aufräumte. Hacken ist mühselig und ist meist das Resultat des Ausprobierens jeglicher Möglichkeiten. Hacker können durchaus zum kriminellen Milieu gehören. Es gibt aber auch politisch motivierte „Hacktivisten“, Militär- und Geheimdienste, die sich zum Schutz der Bevölkerung in Endgeräte hacken  und Script-Kiddies, die dies aus jugendlichem Übermut tun. Sie alle nutzen Sicherheitslücken aus, um in fremde Systeme einzudringen. Dabei kann es um den Diebstahl von Daten gehen, sehr oft steckt aber einfach ein handfestes finanzielles Interesse dahinter, weil sich mit Erpressungen sehr viel Geld verdienen lässt. Wie der Fall des Hoteliers zeigt, dessen Computer zur Programmierung der Zimmerschlüssel-Karten kurz vor der Ankunft von 200 Gästen plötzlich lahmgelegt wurde: er hatte die Wahl zwischen einem erheblichen finanziellen Schaden durch unzufriedene Gäste oder der Zahlung der Erpresser.

Oftmals gehen wir leichtfertig mit unseren Daten um und achten beispielsweise bei der Inbetriebnahme von Geräten, die mit dem Internet verbunden werden, nicht auf die sichere Installation. Dadurch gewähren wir den Hackern leichtes Spiel, die sich Zugriff auf unsere Geräte verschaffen und uns ausspionieren können. Auch „smarte“ Geräte wie Fernseher, Drucker oder der Toaster in der Küche bieten Spielraum für Zugrissmöglichkeiten und der fortschreitende Technologiewandel wird diesen Trend verstärken.

Jedoch können wir es den Hackern schwer machen, denn die meisten Angriffe auf unsere Daten und unsere Privatsphäre können wir verhindern oder zumindest erschweren. Das Internet birgt nicht nur Gefahren, sondern eröffnet uns viele Möglichkeiten unseren Alltag zu erleichtern, unser Wissen zu erweitern und uns mit der Familie, Freunden und Bekannten zu vernetzen, die wir weiterhin nutzen sollten. Aufklärung ist der beste Schutz gegen die Schattenseiten des Internets und dazu gab Florian Demaku den Besuchern einige wichtige Tipps mit auf den Weg.

Ein sicheres Passwort mit mindestens 10 Zeichen, Groß- und Kleinschreibung, Zahlen und Sonderzeichen sollte genutzt werden. Einfach merken kann man sich dies, wenn man einen Satz oder eine Liedzeile verwendet. Zudem sollten Programme regelmäßig upgedatet werden, damit Sicherheitslücken geschlossen werden können. Mehr als 150 interessierte Zuhörer erlebten am 8. Februar einen unterhaltsamen und informativen Abend im BRF-Funkhaus. Aufgrund des großen Interesses soll die vom Medienzentrum der DG organisierte Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal angeboten werden.

Nützliche Link:

Hier kann jeder sein Passwort auf Sicherheit testen und erhält nützliche Tipps: https://checkdeinpasswort.de/

Hier gibt es Tipps und Informationen zu beliebten Apps: https://www.handysektor.de/

Die mecodia- Akademie hat kostenlose und informative Faltblätter zu Sicherheitsthemen zusammengestellt: https://mecodia.de/akademie/materialien-linktipps/

 

Safer Internet Day

2004 erklärte die Europäische Kommission den 2. Dienstag im Februar zum Tag des sicheren Internets, um auf Risiken und Gefahren aufmerksam zu machen. Mittlerweile beteiligen sich 110 Länder weltweit daran. Zum „Safer Internet Day 2017 “ hatten BRF und Medienzentrum einen Spezialisten eingeladen, der zeigte, wo und wie Schwachstellen an Geräten ausgenutzt werden können. Der Abend fand mit Unterstützung des Informationsbüros „Europe direct“ statt.