Tage des offenen Denkmals am Wochenende 9. und 10. September 2017

„Wege zu Wasser, Land und Schiene. Kulturerbe und RAVeL“ lautet das Motto der Tage des offenen Denkmals 2017 in Ostbelgien und der Wallonie. RAVeL ist die Abkürzung für Réseau Autonome de Voies Lentes, also „unabhängiges Netz langsamer Wege“. Ehemalige Treidelwege, stillgelegte Bahntrassen und andere autofreie Wege werden heute als Wander-, Reit- und Radverkehrsnetz genutzt. In Ostbelgien stehen die stillgelegten Bahntrassen im Mittelpunkt des Programms. Seit mehreren Jahrzehnten sind die Tage des offenen Denkmals ein bewährtes Mittel der breiten Sensibilisierungsarbeit im Bereich der Wahrung der Denkmäler und des Kulturerbes. Auch in diesem Jahr greifen sie wieder ein spannendes Thema auf, welches es versteht, in Ostbelgien die Einzigartigkeit der Vennbahn und ihrer Industriegeschichte mit der Gegenwart sowie dem neuen Aufschwung durch die touristische Nutzung zu verbinden. Besucher und Einheimische können auf ehemaligen Bahnstrecken radeln, Führungen und Ausstellungen zur Eisenbahn- und Industriegeschichte besuchen und auf alten Verbindungswegen wandern.

Geführte E-Bike Tour auf dem RAVeL von  St. Vith nach Burg-Reuland

Eine ideale Kombination aus Geschichte und Bewegung bietet die geführte E-Bike Tour von St. Vith nach Burg-Reuland. Auf der ganzen Strecke gibt es eine Reihe interessanter Brücken und Tunnel als Relikte der ehemaligen Bahntrasse. Die geführte Radwanderung startet am Museum, wo zeitgleich eine Ausstellung zur Geschichte der Vennbahn und ein Film gezeigt werden.

Wo Loks und Zink Geschichte schrieben – geführte Wanderungen

Raeren

Die gesamte Anlage des Raerener Bahnhofs ist ein Ort, der nicht nur Eisenbahnfans begeistert. Der gesamte Bahnhof aus dem 19. Jahrhundert mitsamt seinen noch vorhandenen technischen Anlagen wurde 2014 als technisches Denkmal unter Denkmalschutz gestellt. Bei den Führungen werden dem Besucher die vor Ort verbliebenen und teilweise einmaligen Mechanismen an Schienen, Signalanlagen, Drehscheibe sowie Stellwerken erläutert.

Kelmis

Neutral-Moresnet ist zurzeit in aller Munde. Die 200-jährige Geschichte dieses besonderen historischen Fleckes ist eng mit der Industrialisierung und dem Zinkabbau verbunden. In Kelmis haben Interessierte die Wahl zwischen zwei Führungen. Bei der einen geht es hauptsächlich um das Thema Wasser, die Industrieanlagen des 19. Jahrhunderts und den maßgeblichen Einfluss der Zinkmine der „Vieille-Montagne“ auf die Kulturlandschaft. In der anderen Führung geht es um die Eisenbahngeschichte der alten Bahnlinie 39A zwischen Kelmis und Moresnet. Weitere Informationen und eine Ausstellung zur Eisenbahngeschichte gibt es auch im Wagon am Bruch an der Lütticher Straße, der an beiden Tagen geöffnet sein wird.

Zeitreise in Eupens sagenhafte Unterstadt

Die Wasserläufe mit Teichen, Wehren und Schleusen spielten für die industrielle Entwicklung der Eupener Unterstadt eine wichtige Rolle. Die Führung geht per Bus und zu Fuß durch die Gässchen entlang der Wasserwege. In Kostümen der Epoche entführen Theodor Mooren und seine Weggefährten, Robert und Mathilde Wetzlar in die Zeit der Industrialisierung und würzen die Führung mit so mancher Anekdote zur Stadtgeschichte. Wer immer schon mal wissen wollte, wie die Unterstadt sich verändert hat oder wozu eigentlich die Wehre in Weser und Hill dienten oder wer vielleicht erfahren möchte, wo die Arbeiter der Fabriken lebten und wer Försters Trude war, der sollte sich für diese Führung anmelden..

Individuelle Wanderung entlang der alten Verbindungswege

Diese Wanderung kann auf eigene Faust unternommen werden. Sie führt vorbei an historischen Gebäuden und Landschaften, Kapellen und Wegekreuzen. Das besondere auf dem Weg sind jedoch die Stiegel, die das problemlose Durchgehen der Hecken erlauben und eine Besonderheit unserer Kulturlandschaft darstellen. Die Karte, die auf dem Kulturerbeportal heruntergeladen werden kann, zeigt den Weg. Zusätzlich liegt am Stellwerk im Bahnhof Raeren und am Töpfereimuseum (Burg Raeren) ein Flyer mit der Karte aus.

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