Stets mehr Touristen verbringen ihren Urlaub in Ostbelgien. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten die deutschsprachigen Gemeinden einen Zuwachs von knapp 40.000 Übernachtungen.

Dies geht aus den aktuellen Zahlen des föderalen Wirtschaftsministeriums für das vergangene Jahr hervor. Mit insgesamt 407.116 gebuchten Nächten stellen wir fest, dass wir bereits jetzt das Ziel überschritten haben, das wir uns eigentlich für das Jahr 2019 gesetzt hatten, nämlich die Übernachtungszahlen auf 400.000 zu steigern.

Der Grund dafür ist ein sich gut entwickelnder Markt, begünstigt durch getätigte öffentliche Investitionen, beispielsweise bei den Radwanderwegen, die durchgeführte Qualitätssteigerung bei den privaten Anbietern sowie das Außenmarketing Ostbelgiens durch die Tourismusagentur. In diesem Zusammenhang lobte die Ministerin ebenfalls die hohen Investitionen, die Betreiber von Ferienwohnungen sowie Hotels in den letzten Jahren getätigt haben.

Touristen werden in Ostbelgien gut empfangen und können langfristig an die Region gebunden werden. 2016 kamen knapp 167.000 Gäste in die Deutschsprachige Gemeinschaft. Damit kommen auf einen Einwohner zwei Touristen.

Durchschnittlich bleiben diese fast zweieinhalb Nächte. Für die belgischen Gäste sind wir noch immer ein Naherholungsgebiet – viele kommen für ein Wochenende. Aber auch die Rad-Touristen, die auf der Vennbahn unterwegs sind, bleiben oft nicht mehr als ein oder zwei Nächte in Ostbelgien. Wir stellen jedoch seit der Eröffnung fest, dass die Vennbahn noch stets mehr Gäste in die Region lockt. Hinzu kommt, dass die Statistiken der Ferienwohnungen nur als Stichprobe erhoben werden. Gerade diese werden in der Ferienzeit auch auf Wochenbasis gebucht – werden aber nicht vollständig in den Statistiken erfasst. Wir können daher davon ausgehen, dass die realen Kennzahlen im Tourismus sogar noch höher liegen. Die Bedeutung der Ferienwohnungen zeigt sich etwa bei der Verteilung der Nächte auf die verschiedenen Unterkunftskategorien im Einzugsgebiet des „Haus des Tourismus Hohes Venn“ in Malmedy. Danach buchten 34 Prozent der Gäste eine Ferienwohnung – und verbrachten dort 46 Prozent der Nächte.

Die Verweildauer in den Gemeinden der Eifel liegt höher als die im Eupener Land. Denn während die Eifel mehr Urlauber anzieht, buchen sich im Norden mehr Geschäftsreisende ein. Immerhin lag die Verweildauer 2016 schon wieder höher als 2015. Auch bei der Herkunft der Gäste gibt es Unterschiede: In den Gemeinden der Eifel waren in 2016 rund 67 Prozent der Gäste Belgier, während es  im Norden knapp 50 Prozent waren.

Vor allem die Gemeinde Bütgenbach hat in den vergangenen zwei Jahren bei den Übernachtungszahlen signifikant zugelegt. Innerhalb von zwei Jahren stiegen die Übernachtungszahlen um 63 Prozent – auf 106.025 Übernachtungen in 2016. Dabei sind die Zahlen des Sport- und Freizeitzentrums Worriken nur zum Teil einberechnet. Auch hier wurden in 2016 zusätzlich mehr Bungalows und mehr Nächte im Sportshouse gebucht. Den zweithöchsten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet Eupen mit knapp 6.000 Übernachtungen mehr.

Alleine die Einnahmen aus dem Übernachtungstourismus stiegen damit in 2016 auf 21,5 Millionen Euro – im Vergleich zu 19,5 Millionen in 2015 – und überschritten somit ebenfalls das für 2019 gesetzte Ziel von einer Steigerung der Bruttowertschöpfung auf 20 Millionen Euro. Für das gesamte Gastgewerbe liegen bislang nur die Zahlen aus 2015 vor. Danach gab es auch hier einen Zuwachs der Bruttowertschöpfung auf 35 Millionen Euro insgesamt.