Verbesserung der Berufswahlvorbereitung

Berufswahl – für viele Jugendliche ein schwieriges Thema, an dem jedoch kein Weg vorbeiführt. Zur Verbesserung der Berufswahlvorbereitung läuft bis Juni 2019 am Königlichen Athenäum Eupen das Pilotprojekt „Berufsorientierung, Ausbildungs- und Studienberatung in den Schulen“. Am 20. Februar haben sich Schüler des zweiten Sekundarschuljahres vor diesem Hintergrund einer Potenzialanalyse unterzogen.

Unterstützungsmaßnahmen für schulische Berufsorientierung sind zahlreich (Kaleido, Jugendinformationszentren, ADG, BIZ-Mobil,…), jedoch beklagen nach wie vor viele Abiturienten, nicht ausreichend bei der Berufswahl unterstützt zu werden.

„Im persönlichen Gespräch mit Abiturienten kristallisierte sich schnell heraus, dass die Schüler mit den bestehenden Maßnahmen und Werkzeugen zur Berufs- und Studienwahlvorbereitung nicht zufrieden sind. Alle waren sich einig: Die Tests und Fragebögen sind zu oberflächlich, die Resultate nicht persönlich genug. Auch wird das Thema noch zu wenig in den Unterricht integriert.  Unsere Schüler müssen befähigt werden, eine sinnvolle Entscheidung über ihren Ausbildungs- oder Studienweg zu fällen. Die Potenzialanalyse ist dazu ein interessantes Instrument und legt einen wichtigen Grundstein für weitere Schritte in Richtung Berufsorientierung“, bestätigt Bildungsminister Harald Mollers.

Ob künstlerische Gestaltung eines Lebenslaufs, Zusammenbau und Programmierung eines Roboters aus Legosteinen oder Organisation einer Pressekonferenz – diesen Aufgaben stellten sich die Schüler des KAE am 20. Februar. Unter der Leitung und Aufsicht des Instituts für Unternehmenskybernetik (IuK) der RWTH Aachen nahmen sie an einer Potenzialanalyse teil. Ziel dabei war es, eine erste stärken- und handlungsorientierte Analyse der Interessen und Fähigkeiten der Schüler durchzuführen. Das Interesse und die Motivation der Schüler sollen geweckt werden, damit sie sich möglichst früh und aktiv mit ihrer Zukunft beschäftigen. Das Angebot ist Teil des Pilotprojekts „Berufsorientierung, Ausbildungs- und Studienberatung in den Schulen“ am KAE.

Die für Jugend und Beschäftigung zuständige Ministerin Isabelle Weykmans und der Minister für Bildung und wissenschaftliche Forschung waren bei der Potenzialanalyse in Aachen ebenfalls vor Ort. Gemeinsam mit den Schülern nahmen sie an der Disziplin „Einführung in die Robotik und Bau eines Rescue-Roboters“ teil.

„Durch die verschiedenen Workshops wird den Schülern die Möglichkeit gegeben, sich selbst besser kennenzulernen. Gleichzeitig analysieren Beobachter im Hintergrund, wie die Schüler mit den praktischen Aufgaben umgehen, um ihre Stärken herauszukristallisieren. Mein Vorschlag, diese Potenzialanalyse in das Pilotprojekt zur Berufswahlorientierung zu integrieren, hat sich bestätigt. Sie ist eine tolles Instrument, anhand dessen die Schüler entdecken, was ihnen liegt. Und wo sonst erhalten die Schüler die Chance, einen eigenen Roboter zu bauen – egal ob Junge oder Mädchen?“, erklärte Beschäftigungsministerin Isabelle Weykmans anschließend.

In einigen Wochen folgt die Auswertung der verschiedenen Aufgaben in Form von individuellem Feedback an die Schüler. Dabei erfahren sie mehr über ihre Stärken, Schwächen und Interessen und lernen, sich selbst besser einzuschätzen.

 

Infobox Pilotprojekt

  •     REK II Projekt „Schule festigen, Schule stärken“
  •     Geleitet wird das Projekt am KAE von Anita Vilz, Lehrerin für allgemeinbildende Kurse und moderne Sprachen. Sie ist seit mehr als 20 Jahren am KAE beschäftigt.
  •     Laufzeit des Projekts:  September 2017 bis Juni 2019
  •     Ziel: Bestandsaufnahme und Entwicklung eines Konzeptes zur Berufswahlorientierung am KAE. Dieses Konzept kann und soll nach vollständiger Ausarbeitung auch in anderen Schulen Anwendung finden.