Am Montagabend hatte die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Person von Ministerin Isabelle Weykmans zur Vorstellung der Studie über „Ansätze und Kosten einer flächendeckenden Glasfasererschließung im Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft“ in Sankt Vither Triangel geladen. Die wissenschaftlichen Experten, die sich für die Studie verantwortlich zeichnen, präsentierten die einzelnen Aspekte und gingen vor allem auf die Kosten und die praktische Umsetzung ein.

So wurde deutlich, dass ein flächendeckender Glasfaserausbau in Ostbelgien sowohl finanziell als auch technisch durchführbar ist. Da Ostbelgien zum größten Teil ländlich geprägt ist, kann ein Glasfasernetz nicht durch einen Telekomanbieter eigenwirtschaftlich in die Fläche gesetzt werden. Wenn man also entscheidet, allen Haushalten und Unternehmen schnelles Internet zu einem moderaten Preis zu ermöglichen, ist es unabdingbar für den passiven Netzausbau eine öffentliche Subventionierung vorzunehmen. „40 Millionen € hat die Regierung dafür in ihrem Investitionsplan vorgesehen“. Das bestätigte die Ministerin am Abend und damit wird das Projekt konkret umsetzbar. Ab Beginn der Arbeiten geht die Studie von einer Ausbauphase von 3 bis 4 Jahren aus.

Ministerin Isabelle Weykmans betonte die Wichtigkeit einer soliden digitalen Infrastruktur zum Erhalt und zur Steigerung der Attraktivität Ostbelgiens als Lebens- und Wirtschaftsregion.

„Ein Glasfasernetz ist in nahezu allen Lebensbereichen von größter Bedeutung. Gerade vor dem Hintergrund der stetig steigenden Datenvolumen und der voranschreitenden Digitalisierung, brauchen wir die Glasfasertechnologie in Ostbelgien. Denn nur sie wird uns in Zukunft einen konkurrenzfähigen und den modernen Ansprüchen entsprechenden Internetzugang erlauben. Damit ermöglichen wir eine Dableibe-Vorsorge für die kommenden 20 Jahre.“, so Weykmans.

Die weitere Umsetzung des Projektes sieht zunächst die Ausschreibung eines Rahmenvertrags zur fachlichen und inhaltlichen Begleitung des Projektes vor. Hierdurch soll das große und umfangreiche Fachwissen hinsichtlich technischer, regulatorischer, wirtschaftlicher und marktrelevanter Aspekte, über welches die Deutschsprachige Gemeinschaft nicht hausintern verfügt, abgedeckt werden.

Nach Abschluss dieses Rahmenvertrags, mit dem im Monat November zu rechnen ist, kann die konkrete Umsetzung des Projektes beginnen.

Der jetzige Projektverlauf sieht vor, dass zunächst alle relevanten und interessierten Akteure in den verschiedenen Branchen konsultiert werden. Zur Finanzierung und praktischen Umsetzung des Projektes soll eine Genossenschaft aus öffentlichen und privaten Partnern gegründet werden.

Nach Abschluss der aufwendigen vorbereitenden Arbeiten, wie beispielsweise der genauen Planung der Ausbaustrecken, Klärung wettbewerbsrechtlicher und marktregulatorischer Aspekte auf nationalem und europäischem Niveau, der Erstellung der hochtechnischen Lastenhefte für die Ausbauarbeiten und vielem mehr, ist es das erklärte Ziel der Regierung, dass die Bagger noch in dieser Legislaturperiode rollen und das Projekt deutlich vorangetrieben werden kann.

Zum Abschluss betonte Ministerin Weykmans, dass der wichtigste Faktor des ganzen Projektes allerdings die Bürgerinnen und Bürger seien. „Der flächendeckende Glasfaserausbau in Ostbelgien kann am Ende des Tages allerdings nur dann gelingen, wenn die Bürgerinnen und Bürger hinter dem Projekt stehen und es unterstützen. Denn damit die vorliegenden Investitionspläne und Wirtschaftsmodelle aufgehen, müssen mindestens 80% der ostbelgischen Haushalte und Unternehmen einen Glasfaseranschluss wollen.

„Aus diesem Grund ist es mein Anliegen und meine Priorität, das Projekt bürgernah und transparent zu gestalten und die Teilhabe eines jeden Interessierten zu gewährleisten.“, so die Ministerin und betont abschließend, „Wir wollen unsere ländlichen Gebiete zu einem modernen und attraktiven Lebens- und Wirtschaftsort entwickeln, wo Innovationen möglich sind und wo Menschen gerne leben. Der flächendeckende Glasfaserausbau ist somit eine Investition der Bürger Ostbelgiens in die Zukunft!“

Die gesamte Studie finden Sie im Downloadbereich unter https://www.ostbelgienmedien.be/desktopdefault.aspx/tabid-4412/7860_read-61388/

Den Livestream zum Nachschauen der Veranstaltung finden Sie hier: https://www.facebook.com/Triangelcom/videos/667738093873929