Am Mittwochnachmittag wurde der neue Medienrat offiziell eingesetzt. Im Kloster Heidberg legten die vier Mitglieder der Beschlusskammer den notwendigen Eid vor der für Medien zuständigen Ministerin Isabelle Weykmans ab.

Hauptaufgabe des Medienrates ist die Begleitung der Entwicklung der Medienlandschaft in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Sowohl für die Mediendienstanbieter als auch für alle interessierten Bürger ist der Medienrat ein wichtiger Ansprechpartner.

Ministerin Weykmans erinnerte in ihrer Ansprache daran, dass die Besonderheit des Medienrates der Deutschsprachigen Gemeinschaft darin bestehe, dass er in einem Grenzgebiet und für eine sprachliche Minderheit zuständig sei. „In Fragen der Medienpolitik gibt es viele Herausforderungen, denen auch wir uns stellen müssen.“, betonte sie vor der Eidablegung. „Die Medienvielfalt, die Digitalisierung, die Rolle der Medien als Mitgestalter unserer Gesellschaft- unserer Demokratien und damit verbunden auch das Verständnis, mit Medien umzugehen und sie mitzugestalten sind wichtige Themen, mit denen wir uns intensiv befassen werden.“ In der kommenden Sitzungsperiode des Parlamentes werde man sich mit der Aktualisierung des Mediendekrets beschäftigen. Die Ministerin hob in diesem Zusammenhang hervor, dass der Medienrat mit seiner fachlichen Expertise eine bedeutende Rolle einnimmt.

Als unabhängige Regulierungsbehörde für die audiovisuellen Medien in der Deutschsprachigen Gemeinschaft besteht der Medienrat seit 2006 aus zwei Kammern: der Gutachtenkammer und der Beschlusskammer. Die Gutachtenkammer hat eine ausschließlich beratende Funktion. Die Beschlusskammer setzt sich aus Experten der Medienbranche zusammen.

Neben dem Vorsitzenden Oswald Weber gehören ebenfalls Prof. Dr. Jürgen Brautmeier, Robert Queck sowie Prof. Dr. François Jongen der sogenannten Beschlusskammer an, die für die Dauer von vier Jahren eingesetzt wurde.

Die Beschlusskammer ist hauptsächlich mit der Lizenzierung und Frequenzzuteilung für Privatsender, elektronischen Kommunikationsnetzen, Marktanalysen, Verbraucherschutz und dem europäischen Rechtsrahmen befasst.

Sie bildet mit den audiovisuellen Regulierern der beiden anderen Gemeinschaften und der föderalen Regulierungsbehörde für Telekommunikation, dem BIPT, die Konferenz der Regulierer für elektronische Kommunikationsnetze (KRK).

Auch die Mitglieder der Gutachtenkammer werden neu eingesetzt. Die Gutachtenkammer verfasst Gutachten zu allen relevanten Themen im Bereich der audiovisuellen Medien (Anerkennung von Privatsendern, Anregungen, Beschwerden, Beobachtung der Medienanbieter). In der Gutachtenkammer sind sowohl die Medienanbieter als auch die Mediennutzer durch Mitglieder/Ersatzmitglieder von Institutionen, Organisationen und Firmen vertreten. Hinzukommen als beratende Mitglieder oder Ersatzmitglieder Vertreter der im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft vertretenen Fraktionen.