Am Donnerstag, den 8. Juni 2017, fand in Eupen die Einsetzung der neuen Kunstkommission der Deutschsprachigen Gemeinschaft statt. Der Bewerbungsaufruf wurde seitens der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft gestartet, worauf sich insgesamt neun Personen bewarben. Fünf dieser Bewerber bilden die neue Kunstkommission, die nun für eine Dauer von vier Jahren eingesetzt worden ist.

Seit rund 35 Jahren ist die Deutschsprachige Gemeinschaft im Besitz einer langsam aber stetig wachsenden Sammlung von Kunstwerken regionaler und überregionaler Künstler. Sie umfasst inzwischen rund tausend Werke, wovon ein Teil ständig in öffentlichen Gebäuden in Ostbelgien, beispielsweise in Gemeindehäusern oder dem Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft, ausgestellt ist. Es handelt sich größtenteils um Gemälde, Grafiken und Fotografien, seltener um Skulpturen und Kunstobjekte anderer Art.

Die Kulturpolitik wurde durch das Kulturförderdekret professionalisiert und sieht eine Reihe von beratenden Gremien vor, dementsprechend auch für die Kunstankäufe der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Um die Ankaufpolitik der Kunstsammlung zukünftig besser zu strukturieren und deren Qualität zu steigern, wird diese dem Expertengremium anvertraut.

Die Kunstkommission ist damit beauftragt, der Regierung in Fragen der Erweiterung der Kunstsammlung beratend zur Seite zu stehen und Vorschläge für Kunstankäufe zu unterbreiten.  Der Ankauf von Kunstobjekten soll keine Einzelentscheidung sein, sondern auf Empfehlungen der entsprechenden externen Fachleute fußen. Mit der Schaffung des neuen Gremiums haben wir für die Kunstsammlung eine sichere Form der Weiterentwicklung geschaffen, die sich in die Politik der letzten Jahre einbettet, die Qualität und Professionalität des Kultur-Sektors zu steigern. Bei der Zusammenstellung wurde unter anderem auf die unterschiedlichen Qualifikationen der Bewerber geachtet, sodass eine heterogene, diskussionsfähige und äußerst motivierte Gruppe entstanden ist, die ihren Auftrag bestmöglich erfüllen kann.

Nach der feierlichen Einsetzung tauschten die Mitglieder sogleich erste Ideen der Konzepterstellung sowie der gemeinsam gesteckten Ziele aus und hielten die weitere Vorgehensweise fest. Auf die kommenden Entwicklungen dürfen wir gespannt sein.

Die Besetzung der neuen Kunstkommission im Detail:

Vorname Name Qualifikationen
1 Dirk Tölke Kunsthistoriker mit Promotion, Ausstellungsrezensent des Aachener Klenkes
2 Nadine Streicher Kunsthistorikerin, ehem. Vermittlerin im IKOB
3 Anke Reitz Kunsthistorikerin, Kuratorin und Sammlungsleiterin mit Schwerpunkt Fotografie, Konservatorin des „Centre national de l‘audiovisuel“ in Clervaux
4 Heike Binger Diplom-Designerin, Dozentin der Akademie für Handwerksdesign in Aachen
5 Walter Mießen Pensionär, ehem. Bankangestellter, langjähriges Mitglied und Präsident des Verwaltungsrates des IKOB, Mentor bei der Ostbelgieninvest AG