Aktuelle Studie zur Breitensportentwicklung und Sportstättenplanung liegt vor

Demografische Entwicklungen, Veränderungen im Sport- und Freizeitverhalten sowie Entwicklungen in der Schul- und Vereinslandschaft sind entscheidende Faktoren einer nachhaltigen Sportentwicklungsplanung. Anstelle von Wettkampf und Höchstleistungen rücken verstärkt Gesundheits- und Freizeitsport in den Mittelpunkt. Ein Trend, der auch vor den Sportinfrastrukturen nicht haltmacht. Im Auftrag der Regierung recherchierte, erfasste, und wertete das Trierer Institut für Sportstättenentwicklung (ISE) seit nun mehr als einem Jahr Daten aus, um eine Breitensportentwicklungsstudie für Ostbelgien zu entwickeln. Dabei ging das Institut der Frage nach: „welche Sportstätten heute und in Zukunft, in welcher Anzahl und in welcher Qualität, für welche Bevölkerungsteile benötigt werden?“. Nun liegen die Handlungsempfehlungen vor, die die Agentur am Donnerstag, den 16. März 2017, den Sporträten, Sportfachverbänden und Sportvereinen vorstellte.

Die nun vorliegende Breitensportentwicklungsstudie dient dazu, dass die Regierung,  Gemeinden und die Sportwelt den Sport in Ostbelgien nachhaltig, zukunftsfähig und im Interesse aller Beteiligten gestalten, umso auch den künftigen Infrastrukturbedarf klar umreißen zu können. Dazu wurden Schlüsse aus der Kombination der Bürgerbefragung, Vereinsbefragung, den Expertengesprächen und Sportgesprächen gezogen, um den Rahmen zu gestalten, wie BürgerInnen und Vereine die Zukunft des Sports in Ostbelgien sehen. Auf der Grundlage der Befragungen wurden die Ergebnisse vertieft, innovative Ansätze beleuchtet und Möglichkeiten zur konkreten Umsetzung in den Gemeinden entwickelt.

Die Bevölkerungsstruktur in Ostbelgien wird sich über die Jahre hinweg verändern, was ebenfalls Einfluss auf die Planung der Sportinfrastruktur nehmen wird. Die Zusammensetzung der Bevölkerung hinsichtlich der Altersgruppe bleibt von demografischen Entwicklungen nicht unberührt: Die Anzahl der älteren Menschen wird insgesamt ansteigen sowie eine erhebliche Bevölkerungszunahme im Norden Ostbelgiens Realität werden.  Der Wunsch nach zielgruppenspezifischen Angeboten für Kinder und Jugendliche sowie Senioren kommt dieser Entwicklung gleich: Körperliche Aktivität ist für knapp 90 % der befragten Bürger fester Bestandteil des Alltags und 61,3 % der über 65-Jährigen sind wöchentlich aktiv. Gesundheit, Entspannung und Spaß stellen die häufigsten Motivationsgründe für Sport und Bewegung dar und dies hauptsächlich in der Natur.

„Aus der Breitensportentwicklungsstudie geht hervor, dass wir verschiedenen Bedürfnissen gerecht werden müssen, um den Bedarf nach ausreichenden Sportmöglichkeiten zu decken. Multifunktionalität ist hier der Schlüssel. Naturnahe und niedrigschwellige Sportstätten sowie Bewegungsräume sind die Zukunft, die den Anforderungen im Leistungssport sowie von Schulen gerecht werden müssen.“, erläutert Sportministerin Isabelle Weykmans.

In einer Natursportregion wie Ostbelgien muss die Maxime sein, frei zugängliche  Sportanlagen zu errichten und die vorhandenen Potenziale von Sport, Natur und Tourismus zu nutzen. Die Ostbelgierinnen und Ostbelgier sind auf niederschwelligen Sportstätten und naturnahen Bewegungsräumen wie auf Lauf- und Wanderwegen aktiv. Beispielsweise kann dies durch Veranstaltungen wie dem Oxfam-Trailwalker, der alle Potenziale verbindet, geschehen. Ostbelgien ist eine Region der Breitensportler.  Daher ist es ebenso wichtig, multifunktionale Bewegungsräume zu schaffen, die  gemeinsam von Leistungssportlern, Breitensportlern, Schulklassen und Sportvereinen genutzt werden können. Dies bedingt einer verstärkten Vernetzung und Kooperation der verschiedenen Akteure. Zum Beispiel kann eine Leichtathletikbahn von einer Schulklasse belegt werden, während der Innenbereich von einer Yoga-Gruppe genutzt wird.

„Anhand der nun verfügbaren Daten und der Schaffung einer soliden Grundlage kann die Zukunft der Sportinfrastruktur nun geplant werden. Dazu wird die Regierung den strukturierten Dialog mit den Gemeinden, Sportvereinen und Sportfachverbänden suchen.“, erklärt Sportministerin Isabelle Weykmans.

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