Nur einen Tag nach dem Besuch des Luxemburger Premierministers Xavier Bettel in Eupen hat sich am Mittwoch der luxemburgische Mittelstands- und Tourismusminister Lex Delles mit einer ostbelgischen Delegation um Tourismusministerin Isabelle Weykmans getroffen. Dabei wurden bilaterale Themen besprochen und unter anderem ein Ausbau der Vennbahn auf Luxemburger Seite thematisiert.

Das Treffen im Dienstleistungszentrum der Deutschsprachigen Gemeinschaft in St.Vith kam auf Einladung der ostbelgischen Ministerin zustande. Der ostbelgischen Delegation gehörte unter anderem Sandra De Taeye, Direktorin der Tourismusagentur Ostbelgien, an.

Der junge Luxemburger Minister Lex Delles, der erst seit Ende 2018 im Amt ist, betonte in St.Vith sein Interesse für die wirtschaftliche Lage der Deutschsprachigen Gemeinschaft und erinnerte an die engen Verbindungen, die seit Langem zwischen den Nachbarregionen bestehen. Kernpunkt des Treffens war für ihn sowie für die ostbelgischen Gastgeber eine mögliche Zusammenarbeit mit dem „Office Régionale du Tourisme Éislek“ (ORT Éislek) mit Sitz in Vianden, das für die Tourismusentwicklung im gesamten Norden Luxemburgs zuständig ist.

Ministerin Isabelle Weykmans erklärte, dass die Feriendestination Ostbelgien genau wie ihr Pendant im Ösling momentan mit der Umsetzung eines touristischen Leitbildes (Masterplan) beschäftigt ist. „Hier bestehen natürliche Anknüpfungspunkte, da der Tourist nicht an Landesgrenzen Halt macht und Wander- und Fahrradwege grenzenlos sind“, sagte sie. Die touristischen Gemeinsamkeiten standen für sie im Mittelpunkt des Treffens.

Anbindung der Fernwanderwege

Informationen über den Tourismus in Ostbelgien und über die laufenden Projekte lieferte Sandra De Taeye, die Direktorin der Tourismusagentur Ostbelgien. Neben Erklärungen zum „Leitbild 2025“, der Modernisierung der Infrastruktur sowie Projekten im Bereich Marketing und Kommunikation stellte sie viele Gemeinsamkeiten in den Hauptgeschäftsbereichen Wandern und Radfahren fest. „Für uns ist ein bilateraler Austausch sehr wichtig, damit wir nach einheitlichen Maßstäben arbeiten können“, sagte sie.

Ein wichtiger Anknüpfungspunkt war für beide Seiten etwa die Anbindung des im Aufbau befindlichen, ostbelgischen Leitwanderweges „Rando-M“ an den Luxemburgischen „Escapardenne Éislek Trail“. Und auch die Vennbahn wurde von beiden Seiten als „Leuchtturmprojekt“ bezeichnet, das in Zukunft weiter ausgebaut und verbessert werden soll.

So kündigte der Luxemburger Minister eine finanzielle Teilnahme an der neuen Vennbahn-Geschäftsstelle an und erläuterte den Plan, die Vennbahn im Nachbarland bis nach Clervaux zu erweitern. Nicht nur aus luxemburgischer, sondern auch aus ostbelgischer Sicht würde dies einen bedeutenden Mehrwert für diesen vielgenutzten und erfolgreich vermarkteten Radweg zwischen Deutschland, Belgien und Luxemburg bedeuten.

Werbung für die EWIV

Weitere gemeinsame Projekte brachten beide Seiten mit der europäischen Wanderkooperation „Best of Wandern“ in Verbindung, der sowohl die Wanderregionen Müllertal als auch Ostbelgien angeschlossen sind. Auch im Rahmen des Interreg-Projektes „Digitales Tourismusmarketing in der Großregion“ konnte man eine gute Zusammenarbeit sowie die Verfolgung gemeinsamen Interessen attestieren.

Aufgrund dieser vielschichtigen Kooperationen auf touristischer Ebene warb die Ministerin Weykmans für eine Aufnahme des ORT Éislek in die wirtschaftliche Interessenvereinigung EWIV Eifel-Ardennen-Marketing, die bereits seit Jahren für eine erfolgreiche deutsch-belgische Zusammenarbeit auf dem Gebiet des grenzüberschreitenden Tourismus steht. Auch wenn diesbezüglich keine direkten Zusagen gemacht wurden, stieß der ostbelgische Vorschlag bei den Luxemburgern auf offene Ohren.

Beide Seiten erklärten zum Abschluss, dass der freundschaftliche Besuch des Luxemburger Tourismusminister Lex Delles in Ostbelgien die bilateralen Beziehungen ausbauen konnte und eine gute Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit darstelle. Der Besuch endete mit einem Eintrag in das Goldene Buch.