Offener Brief an alle ehrenamtlichen JugendleiterInnen

Liebe Leiterinnen und Leiter,

was müsst ihr Euch in dieser Corona-Krise über uns Erwachsene gewundert haben! Das Virus kam unangemeldet und führte zu strengen Eindämmungsmaßnahmen und damit auch zur Einschränkung unser aller Freiheiten. Dann wollten die einen strengere Regeln, die anderen fanden alles übertrieben oder gar keine Maßnahme war richtig. Und auch die Auflockerungen scheinen keinen zufrieden zu stellen, die einen warnen „zu früh“, die anderen rufen „nicht früh genug“ – es ist für Euch junge Menschen bestimmt verwirrend. Jetzt stehen die Ferien vor der Tür. Ganz spezielle Ferien, denn Corona ist auch dabei.

Von allen Entscheidungen, die ich als Politikerin mitgestalten musste in diesen letzten außergewöhnlichen drei Monaten, war der Beschluss, die Ferienlager für den Sommer zu ermöglichen, der, der mir am meisten Kopfschmerzen bereitet hat. Ich weiß genau, was die Sommerlager und die Ferienanimationen für uns in Ostbelgien bedeuten. Ich war auch mal jung und jetzt habe ich selbst Kinder, die genau das auch erleben wollen und sollen: Sommer, Freundschaft, Abenteuer, Freiheit und Selbständigkeit. Aber wie soll das mit Corona gehen? Wie kann auf der einen Seite Sicherheit gewährleistet und auf der anderen Seite die den Ferienanimationen innewohnende Unbeschwertheit beibehalten werden?

Und in genau diesem schwierigen Moment für mich als ostbelgische Politikerin, die zuständig für Sport und Jugend jede Entscheidung und jede Entwicklung mitverantworten muss, rufen mir hunderte begeisterte, enthusiastische junge Menschen zu: WIR machen das!

Aus ganz Ostbelgien habe ich, nach der Entscheidung Ferienlager zu ermöglichen, so viele Nachrichten von Euch bekommen: WIR machen das! Wir haben Lust, wir wollen es, wir haben es schon immer gemacht und auch Corona wird uns nicht davon abhalten, es zu machen! Wir spielen, wir gestalten, wir begleiten, wir basteln, wir tanzen mit anderen Kindern und jungen Menschen, weil es uns ausmacht, weil wir es lieben und weil es zu unserem Sommer dazugehört! Und wir werden alle hygienischen Vorgaben einhalten, weil wir möchten, dass es funktioniert und weil wir zwar jung, aber nicht verantwortungslos sind. Deswegen vertraut ihr uns doch jeden Sommer eure Kinder an, oder?

Ich bin überwältigt von so viel Motivation und jugendlichem Elan. Ich bin berührt. Mich berührten Eure Geduld und Besonnenheit in diesen unangenehmen letzten Monaten, aber auch dieses Urvertrauen, dieser Optimismus, dass am Ende alles gut wird und nicht zuletzt Eure Willenskraft es zu machen.

Ich möchte Euch mit diesem Brief von Herzen danken, dass Ihr Euch entschieden habt, auch diesen Sommer wieder ehrenamtlich, immer engagiert, liebevoll und mit großer gestalterischer Phantasie an dieser schönen Erinnerung zu feilen, die Generationen von Ostbelgiern mit allen Ferien verbinden.

Vielen Dank für Eure Unterstützung, vielen Dank für Eure Zuversicht, Ihr zeigt uns in diesen schwierigen Zeiten, wie man es richtig macht!

Eure Isabelle Weykmans