Dekret zur Förderung des Tourismus einstimmig verabschiedet

Durch das von der Regierung verabschiedete Dekret verfügt die DG nun über ein Regelwerk, das alle bisherigen Gesetzestexte im Tourismus übersichtlich beinhaltet und zu einer Vereinfachung beiträgt. Die veraltete Gesetzgebung wird durch einen kohärenten, zukunftsorientierten und zeitgemäßen Dekrettext ersetzt. Dadurch wird die Förderung aller Tourismusakteure aufgewertet, beispielsweise der Tourismusagentur Ostbelgien, der Gemeinden und der Verkehrsvereine. „Die Erneuerung der Tourismusgesetzgebung reiht sich ein in die Anstrengungen der letzten Jahre, noch mehr den ostbelgischen Tourismus zu fördern. Es war nur normal, dass wir neben den Anstrengungen der Qualitätsoffensive im Tourismus auch daran arbeiten, dass unsere Gesetzgebung den neuen Bedürfnissen entspricht, die der Sektor hat, und wir durch eine bessere Förderung auch ein besseres Tourismusangebot in Ostbelgien erhalten“, äußerte sich Tourismusministerin Isabelle Weykmans.

Das Regelwerk umfasst die Organisation und die Beschreibung der Akteure des Tourismus, die Bezuschussung touristischer Organisationen und Initiativen zur Förderung des Tourismus sowie die Betriebsbedingung und Einstufung touristischer Unterkunftsbetriebe. Für den Betrieb einer touristischen Unterkunft sieht das aktuelle Dekret vor, dass allgemeine Betriebsbedingungen und die Mindestanforderungen pro Unterkunftskategorie erfüllt sein müssen, die vor allem dem Bedarf und den Erwartungen der Gäste entsprechen. Entsprechend der europäischen Dienstleistungsrichtlinien gibt es keine Anerkennung mehr, sondern eine Anmeldung mit der die Einhaltung von Grundkriterien der Sicherheit und Hygiene einhergeht. Die Einstufungen sind weiterhin möglich, orientieren sich aber nun an den europaweit geltenden Hotelstar-Kriterien und sind daher vergleichbar mit anderen europäischen Ländern. Es ist wichtig mit der Zeit zu gehen sowie aktuell zu sein und auch zu bleiben, um dem sich ständig verändernden Markt und dessen Ansprüchen gerecht zu werden. Der Entwurf räumt dem Gast zudem die Möglichkeit ein, bei der Regierung Beschwerde gegen einen Unterkunftsbetrieb in der DG einzulegen, damit die Regierung gezielt dort kontrollieren, beraten und falls nötig eingreifen kann.

Digitalisierung und neue Anbieter, vor allem im Bereich der Vermittlung und der Sharing Economy, haben den Tourismus verändert. Um den neuen Herausforderungen Rechnung zu tragen, wurden „Vermittler“ als Akteure im Dekret berücksichtigt. Diese müssen die Angaben ihrer Kunden auf dem Gebiet der neun deutschsprachigen Gemeinden offen legen. Denn eine Privatperson, die regelmäßig eine private Wohnung an Touristen vermietet, unterliegt den Bestimmungen des Dekrets.

Das Tourismusdekret schafft wo möglich die rechtlichen Bedingungen zur Umsetzung des Leitbilds „Tourismusentwicklung in Ostbelgien 2025“, welches die Nachhaltigkeit im Sinne des Umweltschutzes sowie in seiner gesellschaftlichen und sozialen Form vereinbart. Der Tourismus ist ein Schlüsselsektor für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region und vor allem für die Deutschsprachige Gemeinschaft. In diesem Sinne fördert die Deutschsprachige Gemeinschaft einen nachhaltigen Tourismus, festgehalten in dem Dekret zur Förderung des Tourismus.

Am Montagabend, den 23. Januar 2017, wurde die neue Gesetzgebung zur Tourismusförderung im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft einstimmig verabschiedet.