Angesichts der aktuellen Situation fand die EU-Jugendministerkonferenz am 30. November virtuell statt und auch die besprochenen Themen standen unter dem Eindruck der Folgen der Pandemie für die jungen Menschen allgemein und den Jugendbereich speziell.  Neben den Herausforderungen, mit denen sich Jugendliche und Jugendorganisationen in Zeiten von Mobilitätsbeschränkungen konfrontiert sehen, wurde auch die Neubelebung europäischer und internationaler Jugendbegegnungen und grenzübergreifender Freiwilligenaktivitäten thematisiert.

Franziska Giffey, deutsche Bundesministerin für Familie und Jugend hatte im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft zur öffentlichen Aussprache der EU-Jugendminister eingeladen. Schwerpunktthema des deutschen EU-Vorsitzes war „Jugend und Demokratie“ in Europa und in diesem Zusammenhang wurden Empfehlungen und Vorschläge aller Mitgliedstaaten, aber auch der Jugendorganisationen und -träger zusammengetragen und an alle politischen Ebenen adressiert. Die drei belgischen Gemeinschaften haben aktiv am Zustandekommen der Beschlüsse mitgearbeitet und Ministerin Isabelle Weykmans die Repräsentierung Belgiens übergeben: Die DG ist vom 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2021.belgischer Wortführer im EU- Jugendministerrat.

Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt der Videokonferenz war die Europäische Jugendarbeitsagenda, die den strategischen Rahmen zur Stärkung und Entwicklung von Qualität, Innovation und Anerkennung von Jugendarbeit darstellt. Hier wurde explizit auf die Verschiebung der Jugendarbeit in die digitale Welt diskutiert und darüber, welches Format den Erfordernissen und Veränderungen der Jugendarbeit am besten gerecht werden kann. Nicht zuletzt die Corona-Pandemie zeigte nämlich eindringlich, dass Kontaktaufnahme, Nähe und Begleitung in der Jugendarbeit neue virtuelle Formen finden muss und soll.

Aber auch die Bereiche der Jugendbegegnungen und der grenzüberschreitenden Freiwilligentätigkeiten hatten dieses Jahr einen schweren Stand. „Unsere Jugendagenturen, die Jugenddienste und -organisationen haben sich sehr dafür eingesetzt den Kontakt zu den Jugendlichen nicht abreißen zu lassen, Projekte weiterhin durchzuführen und für Fragen von Jugendlichen und Eltern immer ansprechbar zu sein. Denn junge Menschen in Freiwilligenprojekten leben vom Kontakt zu anderen Freiwilligen, zu Menschen im Wohn- und Lebensumfeld und vom tagtäglichen Austausch im Gastland. Das kann nur bedingt digital erfolgen.“, meint auch Jugendministerin Isabelle Weykmans.

Trotz der guten Lösungsansätze, die während der akuten Phase der Kontakt- und Reisebeschränkungen der Corona-Pandemie im Rahmen der EU-Jugendprogramme zum Einsatz kamen, kann die EU zur Neubelebung europäischer und internationaler Jugendbegegnungen und grenzübergreifender Freiwilligenaktivitäten beitragen. Die belgischen Vorschläge hierfür wurden von der DG-Ministerin Weykmans auf der Ministerkonferenz vorgestellt. Unter anderem sollte es eine bessere Unterstützung von virtuellen oder hybriden Mobilitätsprojekten geben. Bei geschlossenen Grenzen oder bei Verbot ins Ausland zu reisen, könnte die verstärkte Nutzung bestehender nationaler Programme (wie zum Beispiel das Mobilitätsprogramm der drei Gemeinschaften Bel’J) als Ausweichmöglichkeit dienen. Das neu gestaltete EU-Jugendportal  https://europa.eu/youth/home_de soll neue Impulse für die Kommunikation mit den Jugendlichen und den Jugendorganisationen geben. Schließlich kann die verstärkte Unterstützung der strukturellen Vernetzung der Nationalagenturen zur Neubelebung der europäischen und internationalen Begegnungsprogramme beitragen.