Offizielle Vorstellung der Erweiterung des Kulturerbearchives bei der Museumskonferenz 2017

Museen, das Zentrum für Regionalgeschichte, Geschichtsvereine und Dorfgruppen Ostbelgiens bewahren einen großen Fundus an Quellen und Informationen zur Geschichte und Kultur Ostbelgiens auf. Ein Großteil dieses Kulturerbes ist jedoch für die Bürgerinnen und Bürger nicht oder nur teilweise zugänglich. Doch steht die DG in der Verantwortung, Zeugnisse des kulturellen Wissens früherer Zeiten zukünftigen Generationen zu überliefern. Für die Sicherung und Vermittlung des ostbelgischen Kulturerbes hat die DG nun ein einzigartiges Konzept entwickelt. Dadurch wird das gesamte Kulturerbe erfasst, bewahrt und der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Deutschsprachige Gemeinschaft  verfügt über eine unermessliche Anzahl an Objekten, bei denen es sich um archäologische Funde, Bilder, Skulpturen, Karten, Akten, Fotos, Bücher und Architektenpläne handelt. Um die Bürgerinnen und Bürger im größtmöglichen Umfang am regionalen Kulturerbe teilhaben zu lassen, müssen digitale Repräsentationen von erhaltenswertem Kulturgut dauerhaft elektronisch gespeichert und vor Informationsverlust durch Technologiewandel geschützt werden. Bereits 2008 entschied die DG, die insgesamt 33.000 Werke der DG zu digitalisieren. Eine maßgeschneiderte Datenbank, das Kulturerbearchiv, wurde angelegt. Im Jahr 2011 ist das Kulturerbeportal der DG online gegangen, das sich aus dem Kulturerbearchiv speist. Jedoch hatten externe Nutzer nicht die Möglichkeit, auf die Datenbank zugreifen zu können. Nun wurde das Kulturerbearchiv für Drittnutzer erweitert.

Die außergewöhnliche Möglichkeit, alle Objekte die von kulturellem Wert sind in einer Datenbank zu erfassen, wurde geschaffen. Die benutzerfreundliche Gestaltung der Datenbank ermöglicht, dass künftig auch Museen oder Geschichtsvereine ihre Archive im Kulturerbearchiv der DG digitalisieren und dieses Instrument der Datensicherung nutzen. Dazu wird den externen Nutzern der Zugriff kostenlos zur Verfügung gestellt. Zudem können die Nutzer das Internetportal mit ihrer eigenen Internetseite verlinken. Somit leistet nicht nur die DG einen Beitrag zum Erhalt des wertvollen Kulturerbes Ostbelgiens. Am Montag, dem 13.02.2017, stellte Kulturministerin Isabelle Weykmans das Konzept vor und führte den Kulturanbietern anhand eines Praxisbeispiels die Nutzerfreundlichkeit der Einspeisung vor.

„Der erste Stein für den Start der Digitalisierung des gesamten ostbelgischen Kulturerbes wurde gelegt. Nun erhoffen wir uns, dass die Kulturanbieter ihre Archive durch die Nutzung des bereits existierende Kulturerbearchives digitalisieren. Dazu wurde die Datenbank nutzerfreundlich angelegt und den Drittnutzern kostenlos zur Verfügung gestellt. Dieses einzigartige Konzept stieß bereits auf großen Anklang und Interesse, auch bei unseren Partnerregionen.“, erläuterte Ministerin Isabelle Weykmans.

Die Digitalisierung macht die Originale keinesfalls überflüssig, sie erhöht vielmehr die Sensibilität für deren kulturgeschichtlichen Wert. Museen auf der ganzen Welt machen die Erfahrung: im Internet veröffentlichte Digitalisate ihrer Ausstellungsobjekte wecken Interesse an der Sache und verstärken den Wunsch, die Originale im Museum selbst zu erleben.

Im Rahmen des REKII-Zukunftsprojektes „Geschichte erleben“ soll die historische Arbeit weiter unterstützt werden. Die DG möchte den Erhalt des Kulturerbes der DG sowie die Geschichtsarbeit fördern. Vor allen Dingen soll historische Arbeit in Schulen, Geschichtsvereinen und gesellschaftlichen Initiativen und die Präsenz von Geschichte über neue Medien und innovative Wege gestärkt werden, was durch das Internetportal nun ermöglicht wurde.