Seit Beginn der Krise bündeln die Wirtschafstakteure in Ostbelgien ihre Kräfte, um die Unternehmen und Selbstständigen bestmöglich in deutscher Sprache zu informieren und auf Entwicklungen in regionaler sowie föderaler Ebene einzuwirken. Die von Ministerin Isabelle Weykmans eingesetzte „Task-Force Wirtschaft“ führt die Kontakte und Gespräche mit den regionalen und föderalen Entscheidern im Inland kontinuierlich fort und erhöht den Druck angesichts der noch anstehenden Beschlüsse für dringend benötigte wirtschaftliche Hilfen, aber auch in Hinblick auf Verzögerungen bei der bisherigen Auszahlung von Unterstützungsprämien.

Zum Ausbruch der Corona-Pandemie blieben viele Fragen unbeantwortet. Die Krise war neu mit ungeahnten Folgen und ein jeder suchte nach verlässlichen Aussagen. Um eine sichere und einheitliche Informationsweitergabe für die Unternehmen zu garantieren und als Ansprechpartner für Lockerungsmaßnahmen zu fungieren, gründete Ministerin Weykmans eine „Task Force Wirtschaft“. Dazu arbeiten das Arbeitsamt der DG, der Fachbereich Beschäftigung, die IHK Eupen-Malmédy-St. Vith, die Mittelstandsvereinigung der Deutschsprachigen Gemeinschaft, die OstbelgienInvest, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ostbelgien, der Wirtschafts- und Sozialrat sowie ihr Kabinett eng zusammen.

In den letzten Wochen rückte besonders die Covid-19 Prämie der Wallonischen Region in den Fokus der Öffentlichkeit und der Arbeit der Task Force. Zunächst ging es dabei um die Bestimmung der Zugangskriterien und die Beratung der Unternehmen, die berücksichtigt wurden. Doch schnell rückte die Forderung nach der Erweiterung der unterstützungsbedürftigen Unternehmen in den Mittelpunkt.

Die Ministerin intervenierte beim wallonischen Minister Borsus, um Vorschläge zu unterbreiten, die vorab in gemeinsamer Arbeit der Task Force ausarbeitet wurden.

Wir haben uns sehr früh dafür stark gemacht, dass Fotographen, Messe-, Ausstellungs- und Kongressveranstalter, Bild-, Beleuchtungs- und Tontechniker, Immobilienmakler und Kinos berücksichtigt wurden.“, betont Ministerin Weykmans. 

Der Großteil der Antragsteller musste den Antrag bis zum 13. Mai gestellt haben. Die Betriebe, die für die Berücksichtigung der 5.000 EUR Prämie nachgerückt sind, haben wiederum bis kommenden Sonntag, den 31. Mai Zeit, online den Antrag zu stellen.

1005 Anträge wurden bis zum ersten Mai in deutscher Sprache über die wallonische Plattform gestellt. „Dass die 1890.be lediglich ein Dutzend deutschsprachige Anrufe erhielt, zeigt mir, dass es unsere Wirtschaftsakteure sowie das Ministerium und mein Kabinett waren, die die Beratungsarbeit in deutscher Sprache übernommen haben. Das zeigt die Schlagkraft und den Pragmatismus in Ostbelgien“, so die Ministerin. „In dieser Krise wurde nämlich nicht nach den Verantwortlichkeiten, die auf föderaler oder regionaler Ebene liegen, geschaut, sondern sofort im Sinne der hiesigen KMUs gehandelt“.

Ab dem 1. Juni 2020 werden die Betriebe, die bisher nicht in den Genuss der 5.000 EUR COVID-19 Prämie gekommen sind, einen Antrag für eine Prämie von 2.500 EUR über die wallonische Plattform einreichen können. Diese Prämie wird bis zum 30. Juni spätestens zu beantragen sein. Für diese Prämie gibt es also keine Einschränkung aufgrund des Code-NACEBEL. Jedoch gibt es eine Reihe von Bedingungen, die erfüllt werden müssen. Diese können in deutscher Sprache bei all den oben genannten Wirtschaftakteure nachgelesen und angefragt werden.

Bei der Auszahlung der Covid-19 Prämie läuft jedoch nicht alles glatt. Dazu musste der zuständige Minister Borsus am 19. Mai Frage und Antwort im wallonischen Parlament stehen.  Aber auch Ministerin Weykmans wurde dazu im Parlament der DG befragt. Sie stellte klar, dass allein die Wallonische Region dafür verantwortlich sei. Sie zeigte jedoch am Montag auf, dass wöchentlich Kontakte zwischen den zuständigen Ministern und den verantwortlichen Kabinetten – sowohl auf föderaler als auch auf gemeinschaftlicher Ebene – stattfinden.

Die WFG Ostbelgien wurde beauftragt alle Problemakten zur Covid-19 Prämie zu sammeln, die entweder direkt an die WFG oder die IHK, an die Mittelstandvereinigung und die Regierung herangetragen werden. „Ich habe vergangenen Montag mit meinem Kollegen Borsus festgehalten, dass wir diese Dossiers dann seinem Kabinett zustellen. Es geht z.B. um die Akten, wo eine wahrheitsgetreue Korrektur der Code-NACEBEL Tätigkeit erfolgen musste, wodurch aber kein Antrag online gestellt werden konnte. Diese Akten werden dann wohlwollend überprüft. Die Zusammenarbeit und Interaktion mit den wallonischen Kollegen funktioniert einwandfrei und wir lassen nichts unversucht, damit unsere ostbelgischen Unternehmen die Hilfen bekommen, die sie benötigen.“, so Frau Weykmans.

Was die 2.500 EUR-Prämie betrifft, so sei vorgesehen, dass Auszahlungen in der Woche nach der Beantragung erfolgen.