Ein Blick hinter die Kulissen von „Kultur macht Schule“

Kindern und jungen Erwachsenen an ostbelgien Schulen kulturelle Erlebnisse und Erfahrungen ermöglichen, das ist das Ziel des Programms „Kultur macht Schule“, was in diesem Schuljahr 10.913 Schülerinnen und Schüler in ganz Ostbelgien erreicht. Um diese Erfahrung mitzuerleben, habe ich vergangene Woche zwei Projekte besucht: die etwas andere Musikstunde im Kindergarten in Iveldingen und der Tanz der Schattenfiguren in der Primarschule in Kelmis.

Als Ilona Stoffels die Heul-Schläuche aus ihrem riesigen Rucksack auspackte, hatte sie die Aufmerksamkeit der Kindergartenkinder auf sich gezogen, die alle darauf gespannt waren, wie man damit nun Musik machen kann. Schwingen, pusten, reiben, alles probierten die Kinder mit den Schläuchen aus und entdeckten, was der Heul-Schlauch alles kann und vor allen Dingen was sie alles können. Mit viel Spaß lernen die Kinder ihre Musikalität kennen und werden in ihrer Körperwahrnehmung durch spielerische Aktivitäten geschult. Am Ende konnten die Kinder sogar unter Anleitung von Frau Stoffels ein kleines Tanzstück aufführen.

Die Primarschüler des César Franck Athenäums haben im vergangenen Schuljahr bereits das Farbschattenspiel Peter und der Wolf gesehen. Nun durften sie in diesem Schuljahr selbst ein kleines Farbschattentheater entwickeln und aufführen. Die Entstehung des Theaterstücks habe ich mir angeschaut und auch selbst eine Farbschattenfigur gestaltet, was gar nicht mal so einfach war. Aus bunt-transparenten Folien basteln die Kinder Kopf, Körper, Arme und Beine der Farbschattenfiguren, die sie frei gestalten können. Beeindruckt hat mich vor allem die Fantasie der Kinder, der sie freien Lauf lassen und keine Grenzen setzen. Durch das indirekte Spiel am Overheadprojektor, bei dem die Kinder selbst nicht im Rampenlicht zu stehen scheinen, fällt es ihnen leicht, kleine Spielszenen und Dialoge zu erfinden. Heinrich Heimlich vom Figurentheater der DG (FiThe) spornt die Kinder dazu an, ihrer Fantasie Flügel zu verleihen, stärkt ihr Selbstbewusstsein und bietet eine gute Grundlage, um weitere kreative Projekte anzugehen.
Denn nach den Workshops ist noch lange nicht alles vorbei. Die Künstler hinterlassen den Lehrpersonen Tipps, Materialien und Ideen, wie sie selbst den Workshop in den Klassen durchführen und weiterführen können, damit die Kreativität der Kinder auch nach den Projekten gefördert wird.

Den Besuch der Projekte habe ich auch dazu genutzt, um mit den Lehrpersonen und Künstlern Rücksprache zu halten: Wo liegen die Schwierigkeiten bei der Antragsstellung? Wie kann das Angebot erweitert und ausgebaut werden? Und warum haben sie genau das Projekt ausgesucht? Auch weiterhin werde ich einige Projekte des Programms „Kultur macht Schule“ besuchen, um einen kleinen Einblick in die einzelnen Projekte zu erlangen.

 

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