Die Interministerielle Konferenz (CIM) Kultur tagte am Donnerstag, 4. Februar, unter dem Vorsitz der Kulturministerin der Föderation Wallonie-Brüssel Bénédicte Linard. Zwei Hauptthemen standen bei diesen Diskussionen auf der Tagesordnung: die Bewältigung der Gesundheitskrise im Kultursektor und die sozioökonomische Stellung der Arbeitnehmer im Kunstsektor.

Die Interministerielle Konferenz beschloss, eine strategische Arbeitsgruppe zur Koordination und Überwachung von Gesundheitsmaßnahmen einzurichten. Diese Arbeitsgruppe wird von den drei Gemeinschaften geleitet.

Seit März 2020 ist die Kultur einer der Sektoren, der am stärksten von den gesundheitlichen Einschränkungen im Zusammenhang mit dem Umgang mit der Covid-19-Pandemie betroffen ist. Die Schließung, dann die Möglichkeiten der teilweisen Öffnung, dann die erneute Schließung der Räumlichkeiten und das Verbot von Aktivitäten haben alle Kulturbetreiber in große Schwierigkeiten gebracht.

Ein Kataster der zugänglichen Hilfsmittel

Seit Beginn der Krise haben die verschiedenen Regierungsebenen, jede entsprechend ihrer Zuständigkeiten, diesen Sektor unterstützt.  Für den französischsprachigen Teil des Landes wurde vom Kulturminister in Zusammenarbeit mit allen betroffenen Kabinetten auf gemeinschaftlicher, regionaler (Brüssel und Wallonien) und föderaler Ebene eine Übersicht über alle für Kulturakteure und Beschäftigte im kulturellen und künstlerischen Bereich verfügbaren Beihilfen koordiniert. Dieses Kataster ist online auf der Website culture.be verfügbar.

Die Vorbereitungsarbeiten für die Interministerielle Konferenz ermöglichten die Fertigstellung dieses Katasters. Es wurde auch beschlossen, dass dieses Kataster regelmäßig aktualisiert wird.

Harmonisierung der Exitprotokolle

Im vergangenen Mai hatte die Interministerielle Konferenz eine erste Strategie zur Entflechtung des Kultur- und Kunstsektors validiert. Diese Strategie schlug einen schrittweisen Wiederbeginn mit Prioritäten nach Sektoren vor.

In dem Bestreben, die Regeln auf dem Gebiet zu harmonisieren, treffen sich die drei Gemeinschaften seither regelmäßig informell, um kohärente Exitstrategien vorzuschlagen und die Protokolle so weit wie möglich zu harmonisieren.

An diesem Donnerstag beschloss die Interministerielle Konferenz, diese Dynamik fortzusetzen, indem sie eine Arbeitsgruppe einrichtete, die für diese Koordination und die Nachverfolgung der Gesundheitsmaßnahmen zuständig ist. Diese Gruppe wird von den drei Gemeinschaften geleitet.

Die Interministerielle Konferenz bestätigte auch die Grundsätze einer Strategie zur schrittweisen Wiederaufnahme des Kulturbereiches. Die Arbeit wird mit den für die nächste Woche geplanten Arbeitstreffen mit der COVID-Kommission fortgesetzt. Parallel zu den Sektoren werden auch weitere Treffen organisiert.

Es ist notwendig, dass Perspektiven gegeben werden können, sowohl für Betreiber und Künstler als auch für kulturbedürftige Bürger.

Sozioökonomische Stellung der Arbeitnehmer im Kunstsektor: Zusammensetzung und Aufgaben der angenommenen Arbeitsgruppe

Die Covidkrise hat die Prekarität der Beschäftigten im Kunstsektor und die Notwendigkeit einer Kultur-, Wirtschafts- und Sozialpolitik, die ihre Besonderheiten berücksichtigt und ihnen einen angemessenen sozialen Schutz garantiert, schmerzhaft vor Augen geführt.

Die Föderalregierung, die für Beschäftigung, Selbstständigkeit und soziale Sicherheit zuständig ist, führt derzeit eine Reform des sozioökonomischen Status dieser Arbeitnehmer durch. Aufgrund ihrer Kompetenz in kulturellen Fragen unterhalten die Gemeinschaften auch ständige Kontakte zu dieser Kategorie von Arbeitnehmern. Sie verfügen über fundierte Kenntnisse auf dem Gebiet. Die Interministerielle Konferenz Kultur ist daher das ideale Forum für Konsultationen, um das Los der Beschäftigten im Kunstsektor trotz der institutionellen Komplexität gemeinsam zu verbessern.

Am Donnerstag bestätigte die Interministerielle Konferenz die Einrichtung einer Strategiegruppe zur sozioökonomischen Stellung der Arbeitnehmer im Kunstsektor. Auch bestätigte sie die Zusammensetzung dieser Gruppe, der Vertreter der Kabinette der Kulturminister sowie Vertreter der föderalen und regionalen Ebene angehören werden. Diese strategische Arbeitsgruppe wird in der Lage sein, auf das Fachwissen anderer Partner zurückzugreifen, wie z. B. die zuständigen Verwaltungen, Berufsverbände oder Sozialpartner, je nach Tagesordnung.

Diese Arbeitsgruppe wird sich alle 6 Wochen treffen und hat zum Ziel, die von den verschiedenen Machtebenen durchgeführten Überlegungen zu teilen, Informationen über die Probleme der Arbeitnehmer des gesamten Sektors auszutauschen und die Artikulation der verschiedenen Kompetenzen der föderalen und föderalen Einheiten zu fördern.

An diesem 4. Februar 2021 bei der CIM anwesend oder vertreten waren: Bénédicte Linard, Jan Jambon, Isabelle Weykmans, Pierre-Yves Dermagne, Thomas Dermine, Rudi Vervoort, Valérie De Bue, Pascal Smet, David Clarinval, Sophie Wilmès und Frank Vandenbroucke.