Bereits im Oktober konnte die langwierige Enteignungsprozedur verhindert werden, indem die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft eine gütliche Einigung mit dem bisherigen Eigentümer des Burgareals in St. Vith erzielte. In ihrer heutigen Sitzung handelte die Regierung nun ihrerseits den letzten administrativen Schritt ab und beschloss den Ankauf des Grundstückes der archäologischen Stätte. Damit geht die Burg St. Vith in den Besitz der Deutschsprachigen Gemeinschaft über und der Weg für wichtige Arbeiten zum Erhalt dieser historischen Fundstätte geebnet.

„Darauf haben wir monatelang mit ganzer Kraft hingearbeitet.“, äußerte sich die Ministerin Weykmans erleichtert darüber, dass sie die Enteignung nun endgültig ad acta legen kann und das Dossier eine bedeutende Hürde nimmt. „Als die Verhandlungen zum Kauf ins Stocken gerieten, sahen wir uns gezwungen, die Enteignungsprozedur zu starten, gaben aber nie die Hoffnung auf eine gütliche Einigung auf, die das langwierige Enteignungsverfahren sparen würde, welches sich sicherlich noch weiter nachteilig auf den Zustand der archäologischen Stätte ausgewirkt hätte. Nun werden wir die Kaufakte umgehend notariell beglaubigen lassen, um den Kauf abzuschließen.“

Der gütliche Kaufpreis umfasst 1.120.000 EUR für die Parzelle rund um die freigelegte Burg in St. Vith. Dabei basiert der Betrag auf einer Schätzung des Expertenbüro Gexham und berücksichtigt alle entstandenen Kosten. Zudem ist dieser an den Bedingungen geknüpft, dass der bisherige Eigentümer keine weiteren Handlungen oder Arbeiten auf der Parzelle durchführen darf, da sie im bestehenden Zustand verkauft wird. Viel wichtiger ist jedoch, dass die Deutschsprachige Gemeinschaft nun mehr Möglichkeiten hat, um wichtige Bodensanierungsmaßnahmen an dem Burgareal durchführen zu lassen, um so die Grundlage für eine dritte Grabung zu schaffen und anschließend weitere Maßnahmen zum Erhalt der Stätte.

Die Komplexität hinter einer solchen Akte darf nicht außer Acht gelassen werden, weshalb die Deutschsprachige Gemeinschaft als größte Behörde der Region die Kaufverhandlungen für die Stadt St. Vith übernommen hat. Infolgedessen wird das Burgareal in einem weiteren Schritt in den Besitz der Stadt übergehen.

„Es gibt noch einiges zu tun, bevor das Areal der breiten Bevölkerung zugänglich gemacht werden kann. Ich denke, wir sind uns alle einig darüber, welches Potenzial am Fuße der Stadt liegt. Nicht nur für St. Vith, sondern für die gesamte Region kann aus der Grabungsstätte ein Anziehungspunkt werden, der ganz Ostbelgien kulturhistorisch und touristisch stärken wird.“, ist Isabelle Weykmans überzeugt, ohne den emotionalen Wert der historischen Funde für die St. Vither außen vor zu lassen.

Für den Winter wurden die Befunde erneut durch die Gemeinde gesichert, darauf folgen dann im kommenden Jahr die Sicherungs- und Entseuchungsarbeiten unter Berücksichtigung der Vorgaben der Wallonischen Region sowie anschließend die 3. Grabung.