Bierkultur

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UNESCO erkennt die Bierkultur in Belgien als immaterielles Kulturerbe an

Die UNESCO hat am Morgen des 30. Novembers in Addis Abeba (Äthiopien) beschlossen, dass die Bierkultur in Belgien einen Platz auf der Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit verdient. Die Kulturminister der Deutschsprachigen, Französischen und Flämischen Gemeinschaft Isabelle Weykmans, Alda Greoli und Sven Gatz sowie der für immaterielles Kulturerbe zuständige Ministerpräsident der Region Brüssel-Hauptstadt Rudi Vervoort freuen sich über diese guten Nachrichten der UNESCO.

Die Anerkennung der Bierkultur wurde am 30. November im Haus der Brauer auf dem Grand’Place in Brüssel verkündet. Laut der 2003 verabschiedeten UNESCO-Konvention zum Erhalt des immateriellen Kulturerbes umfasst das immaterielle Kulturerbe alle Traditionen, Bräuche, Gewohnheiten und Handwerkstechniken, die wir heute pflegen und die wir von einer Generation an die nächste weitergeben möchten. Sie sind Ausdruck einer kulturellen Identität und Vielfalt. Die Deutschsprachige Gemeinschaft hat im Namen Belgiens bei der UNESCO den diesbezüglichen Antrag gestellt. Dies geschah mit der Unterstützung von Brauereiverbänden, Biertestervereinigungen, Bierförderern und in diesem Bereich spezialisierten Nichtregierungsorganisationen und Ausbildungseinrichtungen. Die Prüfung des Antrags, der ein strenges Bewertungsverfahren durchlaufen musste, dauerte anderthalb Jahre.

Die Bierkultur wird im ganzen Land gelebt. In jeder Provinz gibt es Brauereien, Biertestervereinigungen, Museen, Kurse und Seminare, Veranstaltungen, Feste, Restaurants und Kneipen, die zur Kreativität und Vielfalt der belgischen Bierlandschaft beitragen. Viele Brauereipraktiken haben einen regionalen Ursprung. So sind Lambic-Biere, die sich durch eine spontane Gärung auszeichnen, schon immer in Brüssel und im Pajottenland gebraut worden. Saisonbiere findet man vor allem in der Wallonie, „Oud Bruin“-Biere hauptsächlich in Westflandern, während mit Bier gewaschener Käse in Abteien wie Chimay entstanden ist. Außerdem unterscheiden sich die Geschmacksmuster je nach Region deutlich voneinander.

In unseren Nachbarländern wird ebenfalls Bier produziert. Doch sind es die einzigartige Vielfalt der Braukunst und die Intensität der zum belgischen Alltag gehörenden und mit belgischen Festen untrennbar verbundenen Bierkultur, die letztlich dazu führen, dass diese Bierkultur zur Identität und zum kulturellen Erbe des ganzen Landes gehört.
Beim Bewertungsausschuss der UNESCO fielen vor allem die Maßnahmen zum Schutz der Bierkultur, darunter die Konzipierung und Organisation professioneller Schulungen, die Förderung der Bierkultur und die Einrichtung eines Observatoriums als Beobachtungsstelle für die Bierkultur, ihre Vielfalt und Wertschätzung in Belgien, ins Gewicht. Die UNESCO würdigte auch, dass der Bekämpfung von Alkoholmissbrauch viel Aufmerksamkeit geschenkt wird und dass mit angemessenen Maßnahmen auf eine ständig im Wandel begriffene Gesellschaft eingegangen wird, wodurch die Erhaltung der Bierkultur auf lange Sicht gewährleistet ist.

Die Anerkennung durch die UNESCO bedeutet einen wichtigen moralischen Rückenwind für die Bierkultur in unserem Land und eine Belohnung für all diejenigen, die sich in Flandern, der Wallonie, Brüssel und in der Deutschsprachigen Gemeinschaft dafür einsetzen, dass diese reiche Bierkultur lebendig bleibt.

Ministerin für Kultur, Beschäftigung und Tourismus der Deutschsprachigen Gemeinschaft ,Isablle Weykmans, Kulturministerin der Französischen Gemeinschaft, Alda Greoli, und Kulturminister Flämischen Gemeinschaft, Sven Gatz.

„Die Anerkennung durch die UNESCO ist die Krönung der Arbeit zahlreicher Bierbrauer, Bierliebhaber, Bierförderer und Zythologen, die unserer Bierkultur zu einem Status verholfen haben, der sie erhaltenswert macht. Diese Anerkennung wird der belgischen Bierkultur noch mehr Glanz und Ausstrahlung verleihen. Ich freue mich ganz besonders, dass die Deutschsprachige Gemeinschaft als kleinste Gemeinschaft des Landes einen so wichtigen Beitrag zur Anerkennung einer Kultur leisten konnte, die Teil unserer Identität ist und auf die wir alle stolz sind und stolz sein dürfen.“, so Isabelle Weykmans,Vize-Ministerpräsidentin der Deutschsprachigen Gemeinschaft und Ministerin für Kultur, Beschäftigung und Tourismus.