Die Sportakteure Ostbelgiens bündeln ihre Kräfte und gründen den ostbelgischen Leitverband mit dem einprägenden und bezeichnenden Namen LOS. Ab diesem Sommer wird der Dachverband den Vereinen bei administrativen Abwicklungen helfen, Projekte zur Talentförderung erarbeiten, die Aus- und Weiterbildung im Vereins- und Schulsport organisieren und die Förderpolitik der DG im Bereich Sport mitgestalten.

Eigentlich sollte am 13. Mai, im Rahmen der jährlichen Generalversammlung des Sportrates, offiziell über die von der Arbeitsgruppe LOS ausgearbeiteten Satzungen des neuen Verbandes abgestimmt und diese angenommen werden. Die Corona-Epidemie sollte auch diese Planung durcheinanderwürfeln: Der Austausch über die Satzungen hat nun auf schriftlichem Weg stattgefunden. Die zwei Gründungsmitglieder der neuen VoG LOS, Sportministerin Isabelle Weykmans und der Präsident des Sportrates Alexander Fickers, wollten aber diesem ehrgeizigen Projekt die gebührende Beachtung schenken, indem sie sich in Bellmerin persönlich zur Unterzeichnung trafen. In gebührendem Abstand und mit Einhaltung aller hygienischen Vorsichtsmaßnahmen unterschrieben sie das Dokument, das dann beim Handelsgericht hinterlegt wird. Der Verwaltungsrat wurde dabei per online-Chat dazugeschaltet. Symbolisch wurde der 13. Mai somit als Gründungsdatum von LOS festgehalten.

Der Akt der Unterzeichnung fand nicht zufällig im Eupener Bellmerin, in den Räumlichkeiten der KMILE-IRMEP statt. Hier hat nämlich LOS sein neues Zuhause gefunden. Das königliche Militärinstitut für Leibeserziehung steht seit Jahrzehnten für Sport und Weiterbildung im Sport und unterhält in Person von Kommandantin Oberstleutnant Nathalie Beerden, die bei der Unterzeichnung auch anwesend war, exzellente Beziehungen zur Deutschsprachigen Gemeinschaft und zur Sportministerin Isabelle Weykmans.

Für die Gründungsmitglieder des Dachverbandes ist es nicht nur in der Corona-Pandemie, aber auch angesichts anderer gesundheitsgefährdender Faktoren der modernen Lebensweise sehr wichtig, sportliche Aktivitäten in den Mittelpunkt der gesellschaftspolitischen Diskussion zu stellen und die präventionsorientierte Gesundheitsplanung darin einzubinden. Mit der Gründung einer neuen, modernen und wissenschaftlich orientierten Anlaufstelle für die gesamte ostbelgische Sportwelt soll ein Instrument geschaffen werden, Menschen sinn- und sportorientiert auszurichten.

Nicht zuletzt auch im Ausklang des Sport-Lockdowns wird der Dachverband die Vereine administrativ und konzeptionell unterstützen, Hilfen organisieren und mit konkreten Maßnahmen das zum Erliegen gebrachte Vereinsleben zu reaktivieren helfen.

„Ich denke, es ist eine große Herausforderung und eine riesige Chance: einerseits den Breiten- und Profisportlern sowie den Vereinen und Verbänden unterstützend zur Seite stehen zu können, aber auch zur Professionalisierung zu verhelfen – dem Sport die Chance zu geben, sich selbst weiterzuentwickeln!“, erklärt Ministerin Weykmans und hebt explizit hervor: „Uns ist allen klar, dass der Sport in Ostbelgien vom Ehrenamt getragen wird. Die Vereine, Mitglieder, freiwilligen Helfer und Trainer bewegen eine ganze Menge und leisten einen unschätzbaren Beitrag zu unserer hohen Lebensqualität. Diese wertvolle Arbeit darf allerdings nicht unter den immer größer werdenden Verwaltungsaufgaben, die auf die Vereine zukommen, leiden. Hier wollen wir Abhilfe schaffen, damit insbesondere den Ehrenamtlichen wieder mehr Zeit für das Miteinander bleibt und die eigentliche Freude sowie der Spaß am Sport nicht zu kurz kommen.“

Auch Sportratspräsident Alexander Fickers ist überzeugt: „Die Arbeitsgruppe „LOS“ hat sich in den letzten 2 ½ Jahren intensiv mit der aktuellen Situation, den von den bestehenden Strukturen geäußerten Problemen und einer modernen Rolle des Sports in unserer Gesellschaft auseinandergesetzt. Mit der Gründung der VoG LOS legen wir den Grundstein zur Umsetzung der von uns definierten Aufgaben und Zielsetzungen. Damit wir die Verbände und Vereine zukunftsorientiert begleiten und ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft auf dem Weg zu einer „neuen“ Normalität sein können, war es uns wichtig, trotz Corona-Krise und den damit auf allen Ebenen verbundenen Problemen, ein Zeichen zu setzen. Unter dem Eindruck der aktuell gelebten Situation erscheinen uns unsere Aufgabenbereiche umso wichtiger. Wir sind bereit unsere Arbeit aufzunehmen!“

Oberstleutnant Nathalie Beerden fügte ebenfalls gerührt hinzu, dass „Es eine sehr große Ehre ist für die IRMEP, um neben der Heimat des Sports der Verteidigung auch die Heimat dieses ganz neuen Dachverbandes zu sein, mit den gleichen Aufmerksamkeiten: ‚Body, mind und Social Health‘.“